Der französische Pianist Cédric Tiberghien konzertiert als Solist und Kammermusiker weltweit. Höhepunkte der Saison 2018/19 sind Debüts bei den Berliner Philharmonikern, dem San Francisco Symphony Orchestra, dem DSO Berlin und dem NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg. Zu Cédric Tiberghiens langjährigen Kammermusikpartnern gehören Alina Ibragimova, Antoine Tamestit oder der Bariton Stéphane Degout. Cédric Tiberghiens Diskografie ist umfangreich und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. 2018/19 wurden und werden neben Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 auch Solowerke von Liszt sowie zwei Alben gemeinsam mit Alina Ibragimova veröffentlicht.
Welche Musik macht Sie stark?
Da gibt es vieles. Was mir als Erstes in den Sinn kommt: Die „Fledermaus” mit Carlos Kleiber (unwiderstehlich) und das „Concert by the Sea” von Erroll Garner.
Bei welcher Musik werden Sie schwach?
Wenn Sie meinen, was mich innerlich zittern lässt: alles in Wagners „Tristan”. Oder alles im neuesten Album des norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen „What was said”. Wenn Sie aber meinen, welche Musik in die Füße geht: Ich kann nicht tanzen und würde mich nur verletzen!
Bei welcher Musik stellen Sie sofort das Radio ab?
Rap. Habe noch nie einen interessanten Rap gehört. Naja, ist Geschmackssache.
Mit welcher Melodie sollte Ihr Handy klingeln?
Mit gar keiner. Ich habe genug Musik um mich herum. Ein Klingelton ist ein Klingelton (zur Zeit liebe ich das Retro-Klingeln. So altmodisch!)
Wenn Sie „König von Deutschland“ wären, was würden Sie als Erstes tun?
Die Monarchie abschaffen. Und ich würde all mein Geld (ein König, sogar ein Ex-König ist ja sehr reich …) Musikinstitutionen geben, so dass sie das ganze Jahr über kostenlose Konzerte anbieten können.
Wie hieß Ihre erste Schallplatte?
Die erste LP: „Peer Gynt” mit den Berliner Philharmonikern und Karajan. Die erste CD: Ouvertüren von Rossini mit Riccardo Chailly. Aber als Teenager habe ich so viele Aufnahmen gekauft, dass ich gar nicht mehr weiß, welche die erste war.
Auf wen oder was können Sie am ehesten verzichten?
Auf Musik in Supermärkten. Und eigentlich auch auf Supermärkte (so würde sich das Problem der Supermarktmusik von selbst erledigen).
Welches Musikstück erinnert Sie an das erste Rendezvous, an den ersten Kuss?
„Cry me a river” von Julie London.
Woran starb Mozart?
Ich bin der einzige, der die Wahrheit kennt. Ich habe Beweise. Denn ich kenne persönlich den Urururururenkel des Nachbarn von Mozarts Arzt. Und der hat mir das Geheimnis verraten – es ist ungeheuerlich: Ich kann Ihnen nur so viel verraten dass er… vielleicht… noch immer LEBT! – Am selben wie Charlie Parker, am inneren Drang, den Überfluss der Ideen umzusetzen.
Welche Musik soll zu Ihrer Beerdigung erklingen?
4’33’’ von John Cage! Aber dann bin ich ohnehin tot, also ist es mir auch egal!