Sie ist aus dem heutigen Konzertleben nicht mehr wegzudenken und gehört mittlerweile zum prägenden Bestandteil des Musikerberufs: die Neue Musik. Davon bleiben auch die Musikhochschulen nicht unberührt. Schließlich sind sie die Ausbildungsstätten der zukünftigen Interpreten moderner Musik. Das hat die Hochschule Luzern erkannt. In ihrer Stadt finden immerhin jeden Sommer die Workshops der Lucerne Festival Academy statt. Inspiration genug, um sich im Studienangebot von nun an nicht mehr auf einzelne Projektangebote zu beschränken, sondern gleich zwei neue Master-Studiengänge ins Leben zu rufen, die sich ganz der modernen Musik verschrieben haben.
„Contemporary Arts Performance“ und „Komposition“ heißen die beiden international anerkannten Masterabschlüsse. Sie sollen junge Interpreten und Komponisten, die eine künstlerische Tätigkeit im zeitgenössischen Bereich anstreben, auf die vielfältigen Anforderungen und Möglichkeiten Neuer Musik vorbereiten. Basis bleibt dabei das klassische Interpretenhandwerk. Während der Ausbildung zum Solisten und Kammermusiker lernen die Studenten, mit Live-Elektronik umzugehen, sie machen sich mit verschiedenen Medien, Musikstilen und Notationen vertraut, improvisieren und setzen sich mit unterschiedlichen Kompositions- und Spieltechniken auseinander.
Der Austausch zwischen Interpreten und Komponisten ist ausdrücklich erwünscht. Nicht umsonst haben die Studierenden beider Masterstudiengänge viele Unterrichtsfächer gemeinsam. Die Musikhochschule Luzern legt außerdem großen Wert auf eine qualifizierte und internationale Vernetzung. Dazu gehören Meisterkurse der Lucerne Festival Academy, eine enge Zusammenarbeit mit dessen Leiter Pierre Boulez und der Dialog mit dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien oder der musikFabrik. Dies alles soll sicherstellen, dass die Studenten aktuelle Strömungen der Neuen Musik praxisnah miterleben. Ein weiterer Schwerpunkt im Lehrplan ist die Arbeit mit renommierten Gastdozenten. Zusätzlich zum wöchentlichen Einzelunterricht bei Dozenten der Hochschule bekommen die Masterstudierenden in sogenannten „Masterclasses“ die Gelegenheit, unter der Anleitung von bedeutenden Komponisten Werke zu analysieren und Ensembleprojekte durchzuführen. In diesem Studienjahr sind das Hanspeter Kyburz für den Bereich Klassik und der Jazzkomponist Michael Gibbs. Bei den Masterclasses handelt es sich, so betont die Hochschule, nicht um punktuelle Veranstaltungen, zu denen ein klangvoller Name einmalig für wenige Tage eingeladen wird. Vielmehr kommen die Gastdozenten über das Studienjahr verteilt achtmal für jeweils zwei Tage nach Luzern.
Mit den beiden neuen Masterstudiengängen „Contemporary Arts Performance“ und „Komposition“ möchte die Hochschule Luzern Interesse wecken. Interesse für musikalische Ideen und individuelle Visionen, sei es mit Klängen aus dem Laptop, experimentellem Theater oder stilübergreifender Improvisation. Die Masterausbildung soll hierfür das geeignete Umfeld schaffen.