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Authentisches Händelporträt von 1734 erstmals in Halle gezeigt

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Halle - Ein authentisches Porträt des Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) aus dem Jahr 1734 ist am Mittwoch in Halle enthüllt worden. «Das Bild wurde im November 2014 für 12 000 Euro beim Londoner Auktionshaus Sotheby's ersteigert», sagte der Direktor der Stiftung Händel-Haus, Clemens Birnbaum.

«Vermutlich hat das Bild ein C. Klein oder G. Klein nach einer Vorlage gefertigt.» Das Werk sei von Experten als echt eingestuft worden. Bis zum 6. April werde das Gemälde in der Schatzkammer des Händelhauses gezeigt. Danach werde es weiter wissenschaftlich untersucht. Händel wurde in Halle geboren und starb in London.

Das Porträt zeigt den knapp 50-jährigen Händel. «Möglicherweise diente das Händel-Porträt von Balthasar Denner (1685-1749) von 1733 dem Maler als Vorlage», sagte Birnbaum. «Auffällig ist, dass das Gesicht flächig gemalt wurde und der Hintergrund vollkommen verschwommen ist.» Es sei eine Gelegenheitsarbeit, für die der Porträtierte nicht Modell sitzen musste. «Den Anlass kennen wir nicht. Aber es wurden damals oft Werke kopiert. Das war typisch für die Erinnerungskultur des 18. Jahrhunderts», sagte Birnbaum.

Das Porträt wurde um 1888 von dem königlichen Hofgraveur Hermann Held (1836-1914) in einem Magdeburger Trödelladen gekauft. Im Jahr 1908 verkaufte er das Bild an den Direktor der Sing-Akademie zu Berlin, Georg Schumann (1866-1952) für 450 Reichsmark. Das Bild blieb bis 2014 im Privatbesitz der Familie Schumann. «Wem das Bild zwischen 1734 bis 1888 gehörte und wo es sich befunden hat, ist noch unbekannt», sagte die Kustodin der Händel-Stiftung, Christiane Barth. Das Händel-Haus ist das Geburtshaus von Händel und heute das Musikmuseum der Stadt Halle.

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