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Lehrerverband kritisiert Unterbewertung des Faches Musik

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Stuttgart - Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg schließt sich dem Protest der Musikhochschulen gegen eine Unterbewertung des Faches Musik an Grund- und Hauptschulen an. «Wir fordern eine Rückkehr zu den alten Einzelfächern», sagte VBE-Sprecher Michael Gomolzig am Sonntag auf ddp-Anfrage in Stuttgart.

Der Zusammenschluss von Musik, Kunst und Handarbeit in den Grundschulen oder Musik, Sport und Kunst in den Hauptschulen sei ein Irrweg der Bildungspolitik. «Da singt dann der Klassenlehrer am Morgen ein Liedchen mit seinen Schülern und schon die Musik abgehakt», kritisierte Gomolzig. Derzeit gebe es einen Trend, Musik und Kunst als zweitrangig im Vergleich zu Deutsch, Englisch und Mathematik einzustufen.

«Besonders schlimm ist, wir haben nicht einmal die Eltern hinter uns», monierte der VBE-Sprecher. Er habe selbst schon erlebt, dass sich Eltern bei einer Weihnachtsaufführung in der Schule beklagt hätten, dass für die Vorbereitung mal eine Mathematikstunde ausfiel. Dabei seien die künstlerischen Fächer genauso wichtig für die breite Ausbildung von Fähigkeiten. «Auch ein guter Bürgermeister oder Verwaltungspolitiker sollte ein ästhetisches Empfinden haben», sagte Gomolzig.

Angesichts der Widerstände von Landesregierung und vielen Eltern macht sich der Verband keine Hoffnung auf eine schnelle Änderung der Verhältnisse. «Vielleicht bei der nächsten Bildungsplanreform, die 2014 stattfinden könnte. In diesem großen Zusammenhang ließen sich Fehler etwas eleganter eingestehen und korrigieren», sagte Gomolzig. Aus gutem Grund sei das Fach Musik ja weder an der Realschule noch am Gymnasium vom Stundenplan verschwunden. Warum die Hauptschule hier eine Ausnahme sein sollte, sei nicht nachvollziehbar.

 

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