180 Teilnehmer aus insgesamt 23 Nationen waren angereist, um beim internationalen Kongress der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) in Weikersheim Erfahrungen aus ihrer konzertpädagogischen Arbeit auszutauschen und innovative Konzepte zu diskutieren. Der internationale Vergleich machte deutlich, wie individuell viele Modelle auf die kulturpolitischen Strukturen der jeweiligen Länder zugeschnitten sind und sich somit nicht ohne weiteres auf andere Bildungs- und Schulsysteme übertragen lassen. Auch wenn das deutsche Bildungswesen momentan noch keine regelmäßigen Besuche von Konzerten für Kinder im festen Turnus eines Schuljahres vorsieht und die Kinder am ersten Schultag noch keinen Gutschein für einen Konzertbesuch in ihrer Schultüte vorfinden, so hat der Kongress doch deutlich gezeigt, dass die Bedeutung des frühen Live-Erlebnisses stellenweise auch hier zu Lande sehr ernst genommen wird.
180 Teilnehmer aus insgesamt 23 Nationen waren angereist, um beim internationalen Kongress der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) in Weikersheim Erfahrungen aus ihrer konzertpädagogischen Arbeit auszutauschen und innovative Konzepte zu diskutieren. Der internationale Vergleich machte deutlich, wie individuell viele Modelle auf die kulturpolitischen Strukturen der jeweiligen Länder zugeschnitten sind und sich somit nicht ohne weiteres auf andere Bildungs- und Schulsysteme übertragen lassen. Auch wenn das deutsche Bildungswesen momentan noch keine regelmäßigen Besuche von Konzerten für Kinder im festen Turnus eines Schuljahres vorsieht und die Kinder am ersten Schultag noch keinen Gutschein für einen Konzertbesuch in ihrer Schultüte vorfinden, so hat der Kongress doch deutlich gezeigt, dass die Bedeutung des frühen Live-Erlebnisses stellenweise auch hier zu Lande sehr ernst genommen wird.Wichtigstes Fazit des Kongresses: Einem weiteren Ausbau konzertpädagogischer Arbeitsfelder kann in naher Zukunft gar nicht genug Bedeutung beigemessen werden. Die JMD fand riesige Unterstützung in ihrem Anliegen, das Konzertleben für Kinder qualitativ wie quantitativ flächendeckend zu erweitern und mit innovativen Angeboten neu zu beleben. Das Netzwerk der „Initiative Konzerte für Kinder“ hat inzwischen auch international expandiert und zählt nunmehr über 360 Institutionen aus allen Sparten des Musik- und Konzertlebens.Eine umfangreiche Dokumentation des Kongresses wird in der kommenden Ausgabe der nmz als Dossier erscheinen und auch im Internet verfügbar sein (www.konzerte-fuer-kinder.de).
Kongress-Splitter
Weikersheim ist schwanger. Es ist Freitag, 4. Mai 2001, 14.30 Uhr. Der Countdown läuft für die Niederkunft des internationalen Kongresses „Neue Wege für junge Ohren“. Menschenmassen bahnen sich den Weg zum Weikersheimer Schloss. Die Pioniere, Wegbeschreiter und -bereiter treffen sich zum ersten Informationsaustausch in der Warteschlange vor dem Tagungsbüro.
18.00 Uhr – die Eröffnung: Dicht gedrängt lauscht man Klaus-Ernst Behnes Eröffnungsvortrag, die Kultur von unten in den Blick nehmend. Etwas später wagen sich zu den 180 offiziellen Tagungsteilnehmern noch 50 Paar wirklich junge Ohren in den Saal und lassen sich von „Terra“ verzaubern, der Uraufführung des Spiels mit den vier Elementen. Nach „taktloser“ Livesendung gelingt es, an „Kaibels gigantischem Buffet“ den guten Geschmack wiederzufinden.
Am Samstag fällt die Entscheidung schwer: Sechs parallel laufende Workshops stehen vormittags, drei Diskussionsveranstaltungen nachmittags zur Auswahl. Zwischendurch können vielfältige Infos auf dem Markt der Möglichkeiten eingeholt werden. Beeindruckend dann die lebendige Präsentation der konzertpädagogischen Arbeit von Richard McNicol und Paul Rissmann aus England und Schottland.
Die Informationsflut, die am Sonntagmorgen weiterströmt, wird von der Abschlussdiskussion aufgefangen, moderiert von Thomas Rietschel, dem Generalsekretär der JMD. In regen Diskussionsbeiträgen werden Ausblicke gegeben. Offensichtlich ist es gelungen, neue Wege für so manchen Tagungsteilnehmer zu eröffnen.Bei Timna Brauers Kinderkonzert „Neue Klänge, die tanzen können“ kommen die Liebhaber schmissiger Rhythmen und schöner Stimmen auf ihre Kosten. „Dann sind Sie eben jetzt alle Kinder“, entscheidet Brauer, nachdem sich hauptsächlich Erwachsene im Saal befinden.
„Der Kongress hätte ruhig länger dauern können“, meint ein Teilnehmer beim abschließenden Mittagessen, „ich hätte gerne noch mehr Veranstaltungen besucht.“ Solche und ähnliche Kommentare hört man aus allen Ecken. Auch die Referenten geloben, sich bei der nächsten Veranstaltung gerne wieder zu beteiligen. Weikersheim beruhigt sich und es kehrt langsam wieder der ruhige Geist der Stadt zurück. Es wird Abend...