Banner Full-Size

10.12.: musikschule aktuell +++ musikschulpresseschau

Publikationsdatum
Body

Musikschule des Landkreises Diepholz mit neuem Förderverein +++ Namensstreit um private "Musikschule Bondorf"


Musikschule des Landkreises Diepholz mit neuem Förderverein
Eltern hauen auf die Pauke: Musikcamp findet statt ? Neuer Förderverein unterstützt die Kreismusikschule
Landkreis. Wenn Politiker den Rotstift ansetzen, dann häufig zuerst am vermeintlichen Luxus der Bürger. Angesichts der Fainanznöte der Kommunen steht auch die Musikschule des Landkreises Diepholz plötzlich vor erheblichen Sparzwängen.
Weniger Konzerte, geringere Förderung talentierter Schülerinnen und Schüler sind die Folge und ebenso die ersatzlose Streichung des Musikcamps (musikpädagogischer Höhepunkt des Jahres für die rund 2 200 Eleven einer der fünf größten von 70 niedersächsischen Musikschulen ? so lauteten die angekündigten Konsequenzen.
Dass es in diesem traurigen Szenario doch nicht ganz so schlimm kommt, dafür treten seit Montag, 2. Dezember, Eltern und Mäzene ein. Sie gründeten den ?Eltern- und Förderkreis der Kreismusikschule Diepholz e.V.?. Der hat sich die ?qualitative Erhaltung und Verbesserung des Ausbildungsniveaus der Kreismusikschule? zum Ziel gesetzt.
Die schnelle Bildung des Förderkreises folgte einer spontanen Idee auf einer Elternversammlung am 11. November. Die Vereinsmitglieder sehen ihre Arbeit als besonders nötig ?im Hinblick auf die Veranstaltungen des kommenden Jahres?, führt Wilfried Möhlmann aus. Er ist Vorsitzender im Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Manfred Grabosch stellte er gestern im Kreishaus ihr Konzept vor.
?Wir suchen die Zusammenarbeit, wollen aber den Landkreis nicht aus der Verantwortung entlassen?, bringt Wilfried Möhlmann die Intentionen des Vereins auf den Punkt. Der Leiter der Musikschule, Stephan-Rupert Steinkühler, wird dem Vorstand als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht angehören. Täglich kämen zu den zehn Gründungsmitgliedern neue hinzu, Manfred Grabosch hofft auf ?etwa zehn Prozent der Eltern? als Mitglieder ? in einem Jahr möchte man das erreicht haben. Die Vereinsmitglieder sehen den Unterricht an den Musikschulen als ? kommunale Grundversorgung?. Anders als beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg seien Musikschulen in Niedersachsen nicht mit diesem Status festgeschrieben. ?Leider?, ergänzt Grabosch.
?Es geht um ein effektives Förderpaket, das die Wahrnehmung der Interessen von Schülern, Eltern und Lehrkräften gewährleistet?, bekräftigt Möhlmann. Seine beiden Kinder erhalten eine ?sehr gute Ausbildung?, Manfred Grabosch, selbst als Lehrer tätig: ?Ich bewundere den Einsatz der Lehrkräfte.?
Das mögliche Sponsoring reicht von der Beschaffung von Instrumenten oder bei der Organisation von Veranstaltungen, möglicherweise sogar die Vergabe von ?Stipendien? sowie internationale Kontakte und ein Austausch mit Schülern anderer Musikschulen stehen grundsätzlich auf der Liste der Möglichkeiten. Wer sich im Verein engagieren möchte, erhält Infos bei Wilfried Möhlmann unter Telefon 0 42 40 / 95 20 03 oder per eMail: wxxmmt [at] aol.com (wxxmmt[at]aol[dot]com).
?Das Neujahrskonzert können wir so schnell nicht mehr beleben?, erklärt der Vorsitzende. Aber dass das Musikcamp stattfindet, ?davon gehen wir mal aus?.
Petra Maischims
Quelle: nordwest net. http://www.weser-kurier.de/regionales/fs_wk_reg_reg.html?id=58357

Streit um die "Musikschule Bondorf"
Bürgermeister Kilian verfügt Namensänderung über Anwalt-"Geschichte ist lächerlich"
BONDORF. Eine Musikschule darf als Anhang nicht den Gemeindenamen "Bondorf" tragen. Das hat Bürgermeister Gerhard Kilian nun per Anwalt durchgesetzt. Schulleiter Arni Emilsson versteht die Welt nicht mehr.
Mit einem Flugblatt wollte der Isländer Arni Emilsson die Einwohner Bondorfs auf seine neue Musikschule aufmerksam machen. Das neue Semester sei nicht mehr weit, es werde Zeit, sich für die Unterrichtsfächer Klavier, Orgel, Gitarre oder Akkordeon zu bewerben. Das war im September und ist bis heute Anlass für einen Streit zwischen Bürgermeister Gerhard Kilian und dem Musiklehrer.
Dabei geht es weniger um den Unterricht; was Kilian ärgert, ist der Name der im Dezember 2001 als eingetragener Verein gegründeten Musikschule Bondorf. "Der Anhang Bondorf klingt nach einer Gemeindeeinrichtung. Aber eine Person kann nicht die Interessen Bondorfs vertreten", so der Schultes. Von den vier bis fünf anderen ansässigen Musiklehrern habe noch niemand gewagt, den Ortsnamen für gewerbliche Zwecke zu missbrauchen.
Auch Wolfgang Dittebrandt, der Leiter des Bondorfer Musikvereins, regt sich auf: "Emilsson ist Privatmann und bildet nicht zum Nulltarif aus." Auch der örtliche Musikverein sei als gemeinnützig anerkannt worden, "aber ich verdiene keinen Cent daran", meint Dittebrandt. Der Isländer habe sich über eine Bekannte um Räume in der gemeindeeigenen Zehntscheuer erkundigt. Diese seien aber entweder belegt oder als Musikzimmer schlicht zu klein. Die "Vereinskonstruktion" der Musikschule findet Dittebrandt merkwürdig - Emilssons Brüder Runar und Gudni bilden den Vorstand, wohnen aber außerhalb des Landkreises.
Diese sehen darin kein Problem. "Warum sollten wir nicht die Vorsitzenden sein?", entgegnet Gudni Emilsson. Schließlich sei man in der Branche tätig, und auf der Gründungsversammlung hätte es von den Mitgliedern keine Einwände gegeben. Gudni Emilsson, der in Tübingen wohnt und als Dirigent arbeitet, glaubt in dem Vorgehen der Gemeinde Konkurrenzangst zu erkennen. Deshalb wolle man der Musikschule Bondorf über einen Anwalt beikommen. "Dabei bietet Arni die Ausbildung in Instrumenten an, die der Musikverein nicht hat." Die ganze Geschichte sei "einfach lächerlich". Man habe sich keine Vorteile verschaffen wollen und habe derartige Namensexperimente auch in keiner anderen Stadt ausprobiert.
Für Gudni Emilsson liegen die Unterschiede zu den Musikern des Musikvereins in der Professionalität begründet. Der Bondorfer Musikverein bestehe zu 90 Prozent aus unausgebildeten Lehrern. Die drei Emilsson-Brüder könnten dagegen Diplome von Hochschulen vorweisen.
Über eine anwaltliche Verfügung ist nun das "Bondorf" aus der Wortschöpfung der Emilssons gestrichen worden. Der Unterricht findet trotzdem statt - in Arni Emilssons Privaträumen. Mit der Außenstelle in Mötzingen und dem dortigen Bürgermeister Thomas Sprißler gebe es keine Probleme: Dort lernen die Schüler in gemeindeeigenen Räumen. Die Emilssons bezahlen nur die Heizkosten.
Stephan Hack
Quelle: Stuttgarter Zeitung http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/332841?_suchtag=2…