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Ehrgeizige Pläne - Eine Stiftung will in Aachen ein Konzerthaus realisieren +++ Geigen-Virtuosin Sarah Chang gastiert in Duisburg +++ "Zauberflöte" erstmals in Ägypten aufgeführt
Ehrgeizige Pläne - Eine Stiftung will in Aachen ein Konzerthaus realisieren
Aachen (ddp). Es klingt wie eine Utopie: In maximal drei Jahren soll in Aachen ein Konzerthaus gebaut werden, das 1000 Besuchern Platz bietet. Und weil der Stadt schon das Geld an allen Ecken und Enden fehlt, um nur den bestehenden Kulturangeboten ausreichende Mittel zuzuschießen, hat sich eine private Initiative gebildet, um das ehrgeizige Projekt zu realisieren.
25 Millionen Euro will die «Stiftung Haus für Musik» bis Ende des Jahres bei privaten Investoren einwerben. Damit soll dann in der Monheimsallee, in unmittelbarer Nähe zu Spielkasino und Eurogress, ein Haus konzipiert werden, das ideal auf Symphoniekonzerte ausgerichtet ist. Die Idee wird von Vertretern aus Verwaltung, Politik, Kultur und Wirtschaft getragen.
Dieter Philipp, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der Handwerkskammer Aachen, soll den Vorsitz der Stiftung übernehmen, die voraussichtlich Mitte des Jahres gegründet wird. Der neue Generalmusikdirektor in Aachen, Marcus R. Bosch, hofft, dass Aachen mit einem solchen Konzerthaus «in einer anderen Liga» spielen würde, mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Schon jetzt steigen die Besucherzahlen bei seinen Konzerten.
Allerdings sind die Aufführungsorte und -bedingungen alles andere als ideal: Das Stadttheater selbst bietet keine optimalen Gegebenheiten für Symphonieaufführungen, der Eurogress, wo die meisten Konzerte stattfinden, könnte höhere Einnahmen erzielen, wenn die Räume für Kongresse oder karnevalistische Feiern vermietet würden. Dazu kommen städtische Proberäume, die eng und unzureichend sind.
Elmo Freiherr von Schorlemer, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Aachener und Münchener Versicherung, ist als Sprecher des Stiftungsvorstandes optimistisch, dass das ambitionierte Projekt machbar ist: «Man muss einfach anfangen, Ideen zu haben.» Auch die positive Resonanz aus der Politik auf die private Initiative sei ermutigend.
Doch bei aller Euphorie gibt es auch skeptische Stimmen. Der kulturpolitische Sprecher der Grünen in Aachen, Hermann-Josef Pilgram, glaubt nicht, dass sich das Projekt selbst tragen kann: «Wir haben eine Reihe von Institutionen im kulturellen Bereich - Theater, Museen, freie Einrichtungen -, bei denen wir nicht wissen, wie wir sie über die nächsten Jahre retten. Da kann es sich die Stadt nicht leisten, sich an neuen Projekten zu beteiligen.»
«Bangemachen gilt nicht!», sagt dagegen von Schorlemer: «Stimmt, vor drei, vier Jahren waren die wirtschaftlichen Voraussetzungen besser. Da haben wir nicht den allerbesten Zeitpunkt erwischt.» Aber wenn man die Kosten sauber durchrechne und die Stadt bereit sei, die selben Aufwendungen für ihr Orchester auch in Zukunft zu tragen, sei er «sehr optimistisch», dass das Konzerthaus realisierbar sei und die Stadt weniger für Musik zahlen müsse. Die Alternative würde das ehrgeizige Projekt allerdings beenden, bevor es richtig begonnen hat: «Wenn man selbst bei optimistischen Rechnungen zum Ergebnis kommt, dass die Belastungen für die Stadt höher wären als bisher, das muss man das Projekt ad acta legen.»
Marc Wahnemühl
Geigen-Virtuosin Sarah Chang gastiert in Duisburg
Duisburg (ddp). Die amerikanische Geigen-Virtuosin Sarah Chang gibt in Duisburg zwei Konzerte. Am Dienstag und Mittwoch gastiert sie im Theater am Marientor, wo sie das Violinkonzert von Ludwig van Beethoven spielen wird. Begleitet wird sie von Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Jonathan Darling. Die 20-jährige Geigerin Sarah Chang gehört heute zu den weltweit angesehensten Künstlern der neuen Generation, wie eine Pressesprecherin am Montag erklärte.
"Zauberflöte" erstmals in Ägypten aufgeführt
orf - Mehr als 200 Jahre nach ihrer Uraufführung ist Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" erstmals in Ägypten ausgeführt worden. Das Opernhaus in Kairo brachte am Sonntagabend die wohl meistgespielte Oper der Welt in einer Inszenierung des jungen deutschen Regisseurs Christian Raeth auf die Bühne. Für die musikalische Leitung zeichnete der Ägypter Nader Abbassi verantwortlich. Der Dirigent leitete zuletzt das arabisch-israelische Aussöhnungsprojekt "Orchester für den Frieden" in Paris. Bühnenbild und Kostüme entwarf die Berlinerin Susanna Boehm.
Die ägyptische Erstaufführung von Mozarts Meisterwerk wurde vom Premierenpublikum mit Jubel aufgenommen. In der Rolle des kauzigen Vogelhändlers Papageno überzeugte Raouf Zaidan. Das Publikum lobte vor allem das harmonische Ineinandergreifen von Regie, Ausstattung und musikalischer Gestaltung. Die Aufführung brauche den Vergleich mit etablierten europäischen Bühnen nicht zu scheuen, hieß es.
"Diese wunderbare Mozartoper erstmals in der Nil-Metropole aufführen zu dürfen, war ein herrliches Erlebnis und eine Gratwanderung zugleich. Das Publikum hat es bestens gedankt", sagte der Regisseur Raeth nach der Aufführung.