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Berlin: Alte Nationalgalerie präsentiert große Goya-Schau +++ Regensburg: Denkmalpfleger fordert Sperrung der Steinernen Brücke +++ Bad Homburg: Limes-Entscheidung der UNESCO fällt nicht vor Donnerstag +++ Berlin: Weißbuch zu ostdeutschen Gärten und Parks erschienen
Berlin: Alte Nationalgalerie präsentiert große Goya-Schau
Berlin (ddp-bln). Der spanische Maler Francisco de Goya (1746-1828) wird zum ersten Mal in einer umfassenden Ausstellung im deutschsprachigen Raum vorgestellt. Am Mittwoch eröffnet in der Alten Nationalgalerie in Berlin die Schau «Goya - Prophet der Moderne», die bis zum 3. Oktober rund 80 seiner bedeutendsten Gemälde sowie Zeichnungen und Wandteppiche nach seinen Entwürfen zeigt, wie der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Peter-Klaus Schuster, am Dienstag sagte. Die Ausstellung mit einem geschätzten Versicherungswert von rund einer halben Milliarde Euro entstand in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional del Prado in Madrid und wird anschließend in Wien gezeigt. «Sie ist das wichtigste europäische Ausstellungsereignis dieses Sommers», sagte Schuster.
Goya begann seine Laufbahn als Entwurfsmaler für die königliche Tapisserien-Manufaktur, bevor er zum gefragten Porträtmaler wurde. Das spanische Königshaus und die Kirche waren seine Haupt-Auftraggeber. In den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts lasse sich eine Wende im künstlerischen Schaffen Goyas feststellen, sagte Schuster. Er begann, sich für die Nachtseiten der Gesellschaft zu interessieren und malte in Irrenhäusern und in Pest-Siechenhäusern. Langsam zog Goya sich von seinen öffentlichen Ämtern zurück und schuf Druckgrafiken. Die «Caprichos» (1798) und «Desastres de la Guerra» (1810) zeigen seine Beschäftigung mit den politischen und sozialen Umständen seiner Zeit.
Der Blick auf Spaniens größten Maler des 19. Jahrhunderts wird in der Alten Nationalgalerie eingerahmt durch die deutsche Kunst dieser Zeit mit ihren Vertretern Caspar David Friedrich, Carl Blechen, Karl Friedrich Schinkel sowie von Edouard Manet und Claude Monet als wichtige Vertreter der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Die Berliner Ausstellung wird ermöglicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie, der allein die organisatorische und finanzielle Verantwortung trägt. 200 000 Besucher werden erwartet.
http://www.goyainberlin.org
Regensburg: Denkmalpfleger fordert Sperrung der Steinernen Brücke
Regensburg (ddp-bay). Der bayerische Generalkonservator Johannes Greipl fordert eine sofortige Sperrung der Steinernen Brücke in Regensburg. Im Bayerischen Rundfunk sagte Greipl am Dienstag, das von der Stadt Regensburg eingeführte so genannte Monitoring-System, mit dem Veränderungen an dem Bauwerk registriert werden, reiche nicht aus, um Schäden zu vermeiden. Eine Komplettsperrung der Brücke sei zudem im Hinblick auf die Bewerbung Regensburgs als Weltkulturerbe hilfreich. «Die Reparaturen müssten jetzt geplant werden, damit sie in ein bis zwei Jahren begonnen werden können», betonte Greipl.
Mit einer Sperrung könnten auch Daten zur Notwendigkeit von Ersatzbrücken über die Donau gewonnen werden. Das aus dem 12. Jahrhundert stammenden Wahrzeichen der Stadt weist seit längerer Zeit massive Schäden auf. Zwei der romanischen Bögen sind stark beschädigt. Derzeit fahren vor allem Linienbusse und Taxis über die Steinerne Brücke. Der Sprecher eines zur Rettung des Bauwerks gegründeten Bürger-Bündnisses sagte, es bestehe dringender Handlungsbedarf.
Zur Entlastung der Steinernen Brücke will die Stadt im Westen der Altstadt eine neue Verkehrstrasse bauen, die aber bei Denkmal- und Naturschützern seit Monaten heftig umstritten ist.
1999 war die Regensburger Altstadt in den engeren Kreis der Kandidaten aufgenommen worden. Das historische Zentrum der Stadt gilt als eines der seltenen zusammenhängenden mittelalterlichen Stadtensembles mit Bauwerken aus fast allen Epochen - von der Antike über die Romanik und Gotik bis ins 19. Jahrhundert. In Bayern tragen unter anderem Bambergs Altstadt und die Würzburger Residenz den begehrten Titel.
Bad Homburg: Limes-Entscheidung der UNESCO fällt nicht vor Donnerstag
Bad Homburg (ddp-bay). Das seit dem Wochenende in Südafrika tagende Welterbekomitee der UNESCO hat noch nicht über eine Aufnahme des Limes in die Liste schützenswerter Kulturstätten entschieden. Mit einem Ergebnis der Beratungen des Komitees sei nicht vor Donnerstagnachmittag zu rechnen, teilte die Deutsche Limeskommission am Dienstag in Bad Homburg mit.
Der vor knapp 2000 Jahren von den Römern errichtete Grenzwall ist eines der beeindruckendsten Denkmäler der Welt. Seine Spur zieht sich durch Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Zusammen haben die vier Bundesländer die Aufnahme des Limes in die Welterbe-Liste beantragt, die bereits 30 Bauwerke und Naturstätten aus Deutschland enthält.
Seit vergangenem Sonntag berät das zuständige Komitee der UNESCO in Durban über das Anliegen der vier Bundesländer. Bei dem einwöchigen Treffen soll auch über die Aufnahme der Altstadt und des Schlosses von Heidelberg auf die Liste sowie über den Verbleib des Kölner Doms in der Liste beraten werden.
Berlin: Weißbuch zu ostdeutschen Gärten und Parks erschienen
Berlin (ddp). Einen Leitfaden zu historischen Gärten und Parks in Ostdeutschland bietet ab sofort eine Publikation des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU). Das Weißbuch wurde am Dienstag Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) in Berlin überreicht. Das 165 Seiten umfassende Werk bietet einen repräsentativen Überblick über 60 oft überregional oder international bedeutsame Gartenanlagen und richtet sich sowohl an Experten als auch interessierte Laien.
Mit dem Weißbuch will der BHU auch einen Beitrag zur Wiederaufwertung der historischen Gärten und Parks leisten. In den vergangenen zehn Jahren seien bereits viele der zu DDR-Zeiten vernachlässigten Anlagen wiederentdeckt und aufwändig restauriert worden. Dieser Prozess dauere an.
Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker bezeichnete die Publikation in seinem Vorwort als einen «Anlass zur Freude». Das Weißbuch lade ein, verborgene und weniger bekannte Gärten zu besuchen und vermittle anschaulich den in Jahrhunderten gewachsenen Reichtum der Gartenkultur Mitteldeutschlands.
Das von Weiss, der Kulturstiftung der Länder sowie der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützte Weißbuch ist beim BHU erhältlich: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, Adenauerallee 68, 53113 Bonn, Tel.: 0228/224091, Fax: 0228/215503, bhu [at] bhu.de (bhu[at]bhu[dot]de).
http://www.bhu.de