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17.10: theater und literatur aktuell +++ theater und literatur

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Berlin: Jedermann-Festspiele im Berliner Dom +++ Köln: 17. Köln Comedy Festival beginnt am Donnerstag +++ London: Booker-Preis an irische Schriftstellerin Anne Enright


Berlin: Jedermann-Festspiele im Berliner Dom
Berlin (ddp-bln). Die 21. Jedermann-Festspiele beginnen am Donnerstag im Berliner Dom. Bei den bis zum 28. Oktober dauernden Aufführungen wird Jenny Elvers-Elbertzhagen wieder die Rolle der Buhlschaft spielen. Nachdem sie diese Rolle bereits 2004 und 2005 bekleidete, hatte im vergangenen Jahr die frühere Frau von Ex-Tennisstar Boris Becker, Barbara Becker, die Buhlschaft gegeben. Den Jedermann spielt wie schon im vergangenen Jahr Operntenor René Kollo.
Neu dabei sind unter anderen die Kammersängerin Anny Schlemm als Mutter und der Schauspieler Axel Herrig. Mit von der Partie sind wiederum Ezard Haußmann - dieses Mal als Teufel, Wolfgang Bahro als Gesell des Jedermann sowie Horst Pinnow als dicker Vetter und Peter Sattmann als Tod.
Jedermann ist ein Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal, das 1911 im Berliner Zirkus Schumann unter Regie von Max Reinhardt uraufgeführt wurde. Seit 1920 wird das Stück jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt, zu deren Gründern Hofmannsthal gehörte.
Brigitte Grothum hat das Stück 1987 als Produzentin, Regisseurin und Schauspielerin nach Berlin zurückgeholt. Spielstätte war zuerst die Kreuzberger Südsternkirche und dann die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Seit 1993 finden die Jedermann-Festspiele im Berliner Dom statt. Karten zum Preis zwischen 12 und 51 Euro können unter der Hotline 030/312 70 41 geordert werden.


Köln: 17. Köln Comedy Festival beginnt am Donnerstag
Köln (ddp-nrw). Mehr als 200 Comedians stehen ab Donnerstag (18. Oktober) beim 17. Internationalen Köln Comedy Festival auf der Bühne. Nach Angaben der Veranstalter sind bis 3. November 108 Veranstaltungen geplant. Auftreten werden unter anderen Paul Panzer, Ralf Schmitz, Ingolf Lück und Gaby Köster. Ausverkauft sind bereits die Gastspiele von Michael Mittermeier, Dieter Nuhr und Mario Barth.
Wie in den Vorjahren haben die Veranstalter zahlreiche Nachwuchstalente und Neuentdeckungen nach Köln eingeladen. Unter anderen werden das Düsseldorfer Quartett Waschkraft, Uta Köbernick sowie das Duo Zärtlichkeiten mit Freunden erstmals vor größerem Publikum zu erleben sein.
Während des Festivals wird wieder der Deutsche Comedy-Preis vergeben. Die von RTL produzierte Show wird von Atze Schröder moderiert. Auch zwei Folgen von «Mario Barth präsentiert die besten Comedians Deutschlands» werden in Köln aufgezeichnet.
Zusätzlich zu den Live-Veranstaltungen gibt es erstmals das Köln Comedy FilmFestival. Die internationalen Produktionen laufen vom 18. bis 21. Oktober in verschiedenen Kölner Kinos. Auf dem Programm stehen nach Angaben der Veranstalter Komödien, Tragikkomödien, Slapstick sowie «echte und falsche Dokumentationen».


London: Booker-Preis an irische Schriftstellerin Anne Enright
Die irische Schriftstellerin Anne Enright erhält in diesem Jahr den renommierten Booker-Preis. Die 45-Jährige wird mit der bedeutendsten britischen Literaturauszeichnung für ihren Roman "The Gathering" geehrt, wie die Jury gestern Abend in London mitteilte.
"The Gathering", Enrights vierte Novelle, erzählt eine epische Familiengeschichte über drei Generationen, die von sexueller Kränkung und Erlösung handelt. Der Roman seziert das Familienleben der Familie Hegartys mit zehn Kindern. Nachdem eines der Geschwister Selbstmord begangen hat, kommen die anderen zur Totenwache in Dublin zusammen.
Schwerster Veronica sucht nach Ursachen und entdeckt Probleme: Alkoholabhängigkeit, fehlende Nähe. Und wie die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst: Der Grund für den Selbstmord des Bruders liegt nicht im Alkoholismus, sondern darin, was ihm als Kind im Haus seiner Großmutter zustieß.
Enright wurde 1962 in Dublin geboren. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten in Magazinen wie "The New Yorker" und hat mit ihren Werken bereits diverse Preise gewonnen, etwa den Rooney-Preis für Irische Literatur (1991 für "The Portable Virgin") und den Encore-Preis der Königlichen Gesellschaft der Autoren ("The Wig My Father Wore").
Die 45-Jährige setzte sich gegen die favorisierten Ian McEwan ("On Chesil Beach") und den Neuseeländer Lloyd Jones ("Mister Pip") durch. "Anne Enright hat ein kraftvolles, unbequemes und zu jeder Zeit zorniges Buch geschrieben", sagte der Jury-Vorsitzende Howard Davies. "Wir halten sie für eine beeindruckende Schriftsellerin und erwarten, noch sehr viel mehr von ihr zu hören."
Der Booker-Preis wird seit 1969 jedes Jahr einem Schriftsteller aus Großbritannien, Irland oder den Commonwealth-Staaten verliehen. Er gilt als eine der wichtigsten Literaturauszeichnungen weltweit.
Quelle: orf.at