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Dresden: Frauenkirche wird feste Spielstätte der Staatskapelle +++ London: Ansturm auf gratis Beethoven-Sinfonien +++ Jena: Uraufführung von Schuberts «Bürgschaft» zum Schillerjahr +++ Halle: Vorbereitung der Orchesterfusion - Konzertplan vorgestellt +++ Schwerin: «Rigoletto» feiert bei Schlossfestspielen Premiere +++ Berlin: Zum 14. Mal Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt +++ Jena: Tagung zur Musik des Spätmittelalters +++ Leipzig: MDR ehrt Stiftungen für Musiksommer-Kooperation +++ London: Sächsische Musiker bei der Fête de la musique 2006
Dresdner Frauenkirche wird feste Spielstätte der StaatskapelleDresden (ddp-lsc). Die Dresdner Frauenkirche wird nach ihrer Weihe am 30. Oktober feste Spielstätte der Sächsischen Staatskapelle. Für die Saison 2005/2006 sind zwischen November und April fünf Konzerte in dem bis dahin wiederhergestellten barocken Gotteshaus geplant, wie Orchesterdirektor Jan Nast am Donnerstag in Dresden sagte. Es würden Werke gespielt, die dem Ort angemessen seien. Hierzu zählten unter anderem Beethovens «Missa solemnis» sowie Werke von Bach, Mozart Prokofjew und Bernstein. Die musikalische Leitung übernehmen Fabio Luisi, Sir Colin Davis und Asher Fisch. Auch in den nachfolgenden Spielzeiten soll die Frauenkirche regelmäßiger Veranstaltungsort für Konzerte des Orchesters bleiben.
In der kommenden Saison stehen laut Nast ferner zwölf Sinfoniekonzerte, acht Kammerabende sowie rund 180 Opern- und 70 Ballettveranstaltungen in der Semperoper auf dem Programm. Weitere 25 Tourneekonzerte führen das Ensemble in zahlreiche deutsche Städte sowie nach Italien, Frankreich, Rumänien, Griechenland, Slowenien und nach Österreich.
Als weitere Dirigenten wurden unter anderem Myung-Whun Chung, Daniele Gatti, Daniel Harding, Paavo Järvi, Ekkehard Klemm, André Previn, Esa-Pekka Salonen und Robin Ticciati gewonnen. Die Staatskapelle ist nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Chefdirigent Bernard Haitink 2004 bis Sommer 2007 ohne festen Leiter. Ab dann wird Luisi den Posten des Generalmusikdirektors übernehmen.
Musikalische Schwerpunkte in der kommenden Spielzeit liegen bei Werken Mozarts anlässlich seines 250. Geburtstages am 27. Januar 2006. Zudem würdigt die Staatskapelle mit ihrem Konzertprogramm den Komponisten Robert Schumann aus Anlass seines 150. Todestages am 29. Juli 2006 sowie den 100. Geburtstag von Dimitri Schostakowitsch am 25. September 2006.
Neue Dimensionen sind in der Zusammenarbeit der Staatskapelle mit den Medien zu nennen. ARTE zeichnet die "Missa solemnis" auf (1. Frauenkirchen-Konzert), ein Open-air-Konzert ist im Gespräch. Steffen Lieberwirth (Musikchef von MDR Figaro) spricht von einem neuen "medienpolitischen Status". Die knappen Kassen der öffentlich-rechtlichen Sender werfen aber auch hier ihre Schatten. Dank des Entgegenkommens des Orchestervorstandes kann die Zahl der Rundfunkmitschnitte von sechs auf zehn erhöht werden. Vier davon werden dem Sender nicht in Rechnung gestellt, hier verzichtet die Staatskapelle auf ihre Leistungsschutzrechte. Alle Aufnahmen erfolgen in 5-Kanal-Technik, was Lieberwirth "Investition in die Zukunft" nennt.
Die Staatskapelle ist eines der ältesten Orchester der Welt. Das Ensemble wurde 1548 von Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet. Zugleich ist es vermutlich der einzige Klangkörper, der über mehr als viereinhalb Jahrhunderte hinweg ohne Unterbrechung musiziert.
London: Ansturm auf gratis Beethoven-Sinfonien
Die Übertragung des Gesamtwerks des Bonner Meisters wurde von einer ungewöhnlichen Internetaktion sekundiert: Die BBC Philharmonic bringt in der Bridgewater Hall in Manchester sämtliche Sinfonien Beethovens zur Aufführung und gibt dabei allen die Gelegenheit, die Wiedergaben während einer Woche unentgeltlich von einer Webseite herunterzuladen. Die Gratis-Downloads durch BBC Radio 3 haben sich als grosser Renner erwiesen. Auf der Webseite des Radios sind während der Aktion rund 700.000 Downloads verzeichnet worden. Am meisten Zuspruch fand dabei offenbar die erste Sinfonie.
Die Aktion ist immer noch am Laufen. Die Sinfonien 6 bis 9 können gestaffelt zwischen 27. Juni und 7. Juli bezogen werden.
Die BBC will die gemachten Erfahrungen in der Folge mit Vertretern der Musikindustrie teilen, um herauszufinden, ob sich daraus eventuell ein neues Modell der Verbreitung klassischer Werke ableiten lässt.
Quelle: codexflores.ch
Jena: Uraufführung von Schuberts «Bürgschaft» zum Schillerjahr
Jena (ddp-lth). In Jena geht ein bisher nicht aufgeführtes Opernfragment von Franz Schubert zum ersten Mal über die Bühne. Musikensembles der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Jenaer Philharmonie und JenaKultur präsentieren am 25. Juni im Innenhof des Universitätshauptgebäudes in einer Uraufführung die Oper «Die Bürgschaft», die der 19-jährige Schubert nach der gleichnamigen Schiller-Ballade schuf, teilte die Hochschule am Donnerstag mit.
Die Handlung orientiert sich an der Ballade, die 1798 in Jena entstand. «Die Musik spricht die unverwechselbare Sprache ihres Komponisten. Dramatische und lyrische Passagen zeichnen ein ausdrucksstarkes Bild, auch komische Details sind enthalten», sagte der Initiator und musikalische Leiter, Sebastian Krahnert.
Von der «Bürgschaft» existieren 15 vollständige Musiknummern, in der Mitte der 16. bricht das erhaltene Manuskript ab. In der von Krahnert vervollständigten Fassung wird das Fragment von neu instrumentierten Schubert-Liedern nach Schiller-Texten ergänzt. Die berühmte Ode «An die Freude» ist in Schuberts Vertonung ebenfalls Teil der Darbietung.
Ein junges Solistenensemble und der Universitäts- und Studentenchor der Jenaer Universität stehen in der Inszenierung von Patrick Rohbeck auf der Bühne im Universitätsinnenhof, der mit seiner Atmosphäre zum sommerlichen Freiluftmusiktheater einlädt. Es musiziert die Jenaer Philharmonie. Die Uraufführung zum Schillerjahr wurde durch die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität, der Jenoptik AG und JenaKultur möglich.
Die Freilichtproduktion ist ein kurzlebiges Vergnügen. Sie wird insgesamt nur vier Mal gespielt. Weitere Vorstellungen folgen am 26. Juni sowie am 2. und 3. Juli.
Halle: Vorbereitung der Orchesterfusion - Konzertplan vorgestellt
Halle (ddp-lsa). Das Philharmonische Staatsorchester Halle hat am Donnerstag seinen Konzertplan 2005/2006 vorgestellt. Er ist der letzte als eigenständiges Orchester und weist bereits nachdrücklich auf die im Jahre 2006 geplante Fusion mit dem Orchester des Opernhauses Halle hin. Besondere Akzente werden laut Intendant Hannes Schmidt auch durch das Mozartjahr und des 60jährige Bestehen des Orchesters im April 2006 gesetzt.
Neben den Konzertreihen in Halle nehmen Gastspiele in Deutschland und im Ausland auch künftig einen beträchtlichen Raum ein. Durch die «Hochzeitsvorbereitungen» mit dem Opernhausorchester und dem bereits erprobten Einsatz der Musiker beim Partner, so beispielsweise beim Händel-Festspielorchester, seien Flexibilität und Möglichkeiten gewachsen. Er freue sich auf den schönen großen Klangkörper, sagte Schmidt.
Im Gespräch ist beispielsweise im Mozartjahr ein Auftritt in Japan. Das Gastspiel im vergangenen Jahr war ein Riesenerfolg. Weitere Gastspiele, so in München, in der Schweiz und in Österreich stehen bereits fest. Die traditionellen Philharmonischen Konzerte am Sonntag, Montag und am Donnerstag firmieren beim neuen Konzertplan, um Verwirrung beim Konzertpublikum des Opernhauses zu vermeiden, als Sinfoniekonzerte. Die Konzerte am Sonntag und Montag seien bis zu 90 Prozent ausgebucht.
Dazu kommen Kammerkonzerte, Familienkonzerte, die Reihe Klassisches Erbe, neue Musik unter dem Titel «Konfrontation», Sonderkonzerte sowie spezielle Schülerkonzerte. Letztere sind teilweise mit halbszenischen Gestaltungen durch die Schüler verbunden.
In der Spielzeit 2004/2005 gestaltete das Philharmonische Staatsorchester bislang 132 Konzerte mit 71 075 Zuhörern. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 15 Prozent. Zudem wurden 30 Gastspiele mit 26 000 Besuchern absolviert.
Schwerin: «Rigoletto» feiert bei Schlossfestspielen Premiere
Schwerin (ddp-nrd). Zum sechsten Mal lädt das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin zu «Oper unter Sternen» ein. Verdis "Rigoletto» feiert heute Abend auf dem Alten Garten vor der Kulisse des Schweriner Schlosses Premiere. Das Werk ist eine der meistgespielten Opern überhaupt. Zu den Vorstellungen des Klassik-Highlights der Schlossfestspiele 2005 bis 24. Juli erwarten die Veranstalter rund 50 000 Gäste. Auch in diesem Jahr wird in Schwerin wieder ein internationales Sängerteam zusammenwirken.
Berlin: Zum 14. Mal Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt
Berlin (ddp-bln). Bereits zum 14. Mal bietet das Festival Classic Open Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt ein umfangreiches Programm. Vor der malerischen Kulisse des Schinkelschen Schauspielhauses wird vom 30. Juni bis 5. Juli an sechs Abenden gesungen und musiziert.
Wie Festivaldirektor Gerhard Kämpfe am Donnerstag in Berlin sagte, gibt die über Jahre an der Deutschen Oper wirkende italienische Koloratursopranistin Lucia Aliberti mit dem Berliner Sinfonie-Orchester den musikalischen Auftakt. Zur Seite steht ihr bei seinem Deutschland-Debüt der spanische Tenor Albert Montserrat. Dreimal wirkt das Deutsche Filmorchester Babelsberg mit. Für den Soloabend von Udo Jürgens (1. Juli) sind die 7500 Plätze schon ausverkauft.
http://www.classicopenair.de
Jena: Tagung zur Musik des Spätmittelalters
Jena/Weimar (ddp-lth). Die Weimarer Hochschule für Musik und die Jenaer Universität laden Anfang Juli zu einer internationalen Tagung über die Musik des Spätmittelalters ein. Unter dem Titel «Kontinuität und Transformation der italienischen Vokalmusik zwischen Due- und Quattrocento» diskutierten vom 1. bis 3. Juli Wissenschaftler und Studenten in Jena über den aktuellen Forschungsstand, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Erwartet werden führende Experten für spätmittelalterliche Musik.
http://www.uni-jena.de
Leipzig: MDR ehrt Stiftungen für Musiksommer-Kooperation
Leipzig (ddp-lsa). Der MDR hat am Donnerstag drei Stiftungen für die gute Zusammenarbeit bei der Organisation des Musiksommers ausgezeichnet. Der Preis «Partner des Musiksommers» ging an die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Rudolstadt, die Kulturstiftung Dessau Wörlitz und die Stiftung Frauenkirche in Dresden, wie der Sender in Leipzig mitteilte. Die drei Institutionen wurden für die Besonderheit der jeweiligen Spielstätten ausgezeichnet.
Der 14. MDR Musiksommer beginnt am 2. Juli mit einer Aufführung beliebter Opernchöre und -arien von Guiseppe Verdi im Schlosshof Weimar. Bis 3. September werden insgesamt 57 Aufführungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geboten. Letztmalig werden die Aufbaukonzerte für die Dresdner Frauenkirche, die am 30. Oktober geweiht wird, gegeben.
London: Sächsische Musiker bei der Fête de la musique 2006
Der Sächsische Musikrat beteiligt sich mit 52 Musikern aus Sachsen am erstmalig in London stattfindenden Fête de la musique am 21. Juni 2005. Die Präsentation findet im Rahmen des Großprojekts DSaxonxUK statt
Das Fête de la musique ist Bestandteil eines europäischen Musikfestivals, das jedes Jahr zum Sommeranfang am 21. Juni in ca. 100 Städten stattfindet. Der sächsische Beitrag ist in ein durch die Verwaltungen von Kensington und Chelsea koordiniertes Vorhaben „The Exhibition Road Project“ eingebettet und geschieht in Zusammenarbeit mit dem französischen Kulturzentrum in London.
Auf dem ehemaligen Gelände der vom deutschen Prinzen Albert initiierten Weltausstellung von 1851 gelegen, ist die Exhibition Road mit drei nationalen Museen und drei Universitäten das "kulturelle Rückgrat" South Kensingtons und Heimat einiger der wichtigsten Bildungseinrichtungen Großbritanniens mit weltweiter Anerkennung
Neben gestandenen Musikern wie dem Blauen Einhorn, den Klazz Brothers & Cuba Percussion, Frank Fröhlich, der Top Dog Brass Band und den Leipziger Musikern von Fast Food Funkateers werden das Jugend-Jazzorchester Sachsen unter Ansgar Striepens und ein deutsch-tschechisches Studentenprojekt „Jazzmanufaktur“ an dem Fest teilnehmen.
http://www.exhibitionroadmusicday.org
http://www.saechsischer-musikrat.de/fm.htm