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Bochum: Intendant Goerden zeigt zwei Inszenierungen +++ Karlsruhe: Bundesgerichtshof prüft Publikationsverbot für Roman «Esra» +++ Berlin: Neuer Vorsitzender der Schriftstellerverbandes
Bochum: Intendant Goerden zeigt zwei Inszenierungen
Bochum (ddp-nrw). Mit zwei Inszenierungen des designierten Intendanten Elmar Goerden beginnt Mitte Oktober im Schauspielhaus Bochum die neue Spielzeit. Wie das Theater am Dienstag mitteilte, wird die Saison am 14. Oktober mit «Die Stunde da wir nicht voneinander wussten» von Peter Handke eröffnet. Das Stück in der Regie von Goerden schildert die Situation eines Ensembles und eines Publikums, die sich zum ersten Mal begegnen.
Am 16. Oktober schließt sich mit Johann Wolfgang von Goethes «Iphigenie von Taurus» die zweite Inszenierung des neuen Intendanten an. Am 15. Oktober wird es zudem eine Aufführung von Gotthold Ephraim Lessings «Miß Sara Sampson» in der Regie von Benjamin Walther in den Kammerspielen geben.
Als Leitender Regisseur wird Armin Holz zwei Dramen inszenieren: Oscar Wildes «Ein idealer Gatte» (Premiere im Februar 2006) und Luigi Pirandellos «Sechs Personen suchen einen Autor» (Premiere: Mai 2006). Die Liste der antiken Stoffe im Spielplan wird mit vier Produktionen fortgesetzt, darunter ab 16. Dezember «Antigone» von Sophokles in der Regie von Tina Lanik und Sarah Kanes «Phaidras Liebe» (Regie: Lisa Nielebock, Premiere am 23. Oktober im Theater unter Tage).
Ergänzend zum Spielplan plant das Schauspielhaus Projektreihen und Produktionen mit der Schauspielschule und den Bochumer Symphonikern. So soll unter der Regie von Christian Pade im Juni 2006 das Stück «Bochumer Echos» aufgeführt werden, das sich mit den persönlichen Erinnerungen der Bochumer Bevölkerung an den Zweiten Weltkrieg beschäftigt.
Der 1963 im niederrheinischen Viersen geborene Goerden übernimmt die Nachfolge von Matthias Hartmann, der ans Züricher Schauspielhaus wechselt. Goerden war 1995 mit dem Gertrud-Eysoldt-Preis für Junge Regisseure ausgezeichnet worden. Von 2001 bis 2004 war der Regisseur Oberspielleiter am Bayerischen Staatsschauspiel in München.
Karlsruhe: Bundesgerichtshof prüft Publikationsverbot für Roman «Esra»
Karlsruhe (ddp). Der Bundesgerichtshof überprüft heute das Publikationsverbot für den Roman «Esra» von Maxim Biller. Das Münchner Oberlandesgericht hatte im April 2004 in zweiter Instanz das Verbot der Veröffentlichung des Buches bestätigt. Zur Begründung hieß es, die klagende Ex-Freundin des Autors und deren Mutter seien in den Romanfiguren erkennbar. Damit würden ihre Persönlichkeitsrechte verletzt.
Der Bundesgerichtshof verhandelt über die Revision des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch, der das Buch verlegt hat. Es handelt von der schwierigen Liebesbeziehung zwischen Adam und Esra. Die männliche Hauptfigur ist Schriftsteller wie Biller, die weibliche ist Schauspielerin und Bundesfilmpreisträgerin, so wie Billers Ex-Freundin. Esras Mutter wird dem Leser als Trägerin des «Alternativen Nobelpreises» vorgestellt, was auch die Mutter der Ex-Freundin Billers in Wirklichkeit ist.
Das Münchner Oberlandesgericht hatte auch durch mehrere Änderungen, die der Verlag zwischenzeitlich angeboten hatte, keine ausreichende Verfremdung erreicht gesehen und die Veröffentlichung des Buches untersagt. Der 6. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes will nun die Abgrenzung zwischen der Kunstfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht desjenigen, der sich in einem Erzählwerk porträtiert sieht, näher präzisieren.
Bochum: Neuer Verbandsspitze beim Schriftstellerverband
Bochum/Ingolstadt (ddp-bay). Neuer Vorsitzender des Verbands Deutscher Schriftsteller (VS) ist der Autor Imre Török aus Leutkirch im Allgäu. Der gebürtige Ungar, der sich als Lyriker sowie als Kinder- und Sachbuchautor einen Namen gemacht hat, tritt die Nachfolge von Fred Breinersdorfer an. Er wurde am Wochenende beim 18. Schriftstellerkongress des VS im oberbayerischen Ingolstadt gewählt, wie der Verband am Montag in Bochum mitteilte.
Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde die Autorin Anna Dünnebier aus Köln gewählt. Dünnebier ist seit Jahren Landesvorsitzende im bundesweit mitgliederstärksten Landesverband des VS in Nordrhein-Westfalen. Als eine der vordringlichen Aufgaben bezeichnet sie den Angaben zufolge die Ausdehnung der mit den Verlegern getroffenen Urheberrechts-Vereinbarungen im Bereich der Belletristik auch auf Übersetzungen sowie Kinder- und Sachbücher.
Neue stellvertretende Vorsitzende im Bundesvorstand des Verbands Deutscher Schriftsteller ist Anna Dünnebier aus Köln. Sie ist seit Jahren Landesvorsitzende im bundesweit mitgliederstärksten NRW-Landesverband des VS. Sie hat für Radio- und Fernsehsender sowie als Sachbuchautorin gearbeitet. Als eine der vordringlichen Aufgaben bezeichnet sie den Angaben zufolge die Ausdehnung der mit den Verlegern getroffenen Urheberrechts-Vereinbarungen im Bereich der Belletristik auch auf Übersetzungen sowie Kinder- und Sachbücher.