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Dresden: Wettiner wollen eigenes Museum in Moritzburg oder Pillnitz +++ Halle: Kunstmuseum Moritzburg zeigt Einar-Schleef-Retrospektive +++ Dessau: Ausstellung zu Bauhausschüler Rudolf Ortner in Dessau-Roßlau


Dresden: Wettiner wollen eigenes Museum Moritzburg oder Pillnitz
Dresden (ddp-lsc). Das zuletzt wegen neuer Rückgabeforderungen in die Kritik geratene Haus Wettin besteht offenbar auf einem eigenen Museum. Er wolle für Sachsen ein großes Wettiner-Museum schaffen, «in dem unsere Schätze der Öffentlichkeit zugänglich sind», sagte Albert Prinz von Sachsen in einem Interview am Mittwoch. Die FDP-Opposition im Landtag nannte die Pläne abstrus.
Der beste Platz für das Wettiner-Museum seien die dem Freistaat gehörenden Schlösser Moritzburg oder Pillnitz, sagte der 73-Jährige weiter. Das Wettiner-Museum solle Bestandteil eines neuen Vertrages werden, der die Rückgabe der Kunstschätze mit dem Freistaat regelt. Dazu gebe es derzeit «Geheimverhandlungen mit dem Land, die nicht zerredet werden dürfen», fügte der 73-Jährige hinzu. Er erklärte sich zugleich bereit, Gründungspräsident des Museums zu werden.
Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) hatte vor einem Jahr nach damaligen Rückgabeforderungen der Wettiner die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) als «das größte Wettiner-Museum» bezeichnet, das es überhaupt geben könne. Nach Medienberichten hat das Haus Wettin vor kurzem Ansprüche auf 31 Stücke aus dem Grünen Gewölbe angemeldet. Die Staatsregierung äußerte sich dazu bislang nicht und berief sich darauf, während der Restitutionsverhandlungen Stillschweigen vereinbart zu haben.
FDP-Landtagsfraktionschef Holger Zastrow warf den Wettinern vor, «den Wert der Kunstschätze in den Staatlichen Kunstsammlungen überhaupt nicht begriffen» zu haben. Es sei ein «irrwitziger Plan, das Grüne Gewölbe leerzuräumen, einen Teil zu verscherbeln und einen Teil an einen anderen Ort zu verbringen». Es sei eine «unglaubliche Frechheit», damit das Grüne Gewölbe praktisch umsetzen zu wollen. Die Wettiner lebten in Gedanken «offenbar am falschen Ort, in der falschen Zeit und in der falschen Staatsform».
Die Wettiner sind eines der ältesten Herrschergeschlechter Deutschlands und regierten Sachsen für rund 800 Jahre. Der Streit um Rückgabe von Kunstwerken schwelt seit Jahren. Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe des Freistaats ist mit der Prüfung der Ansprüche befasst.


Halle: Kunstmuseum Moritzburg zeigt Einar-Schleef-Retrospektive
Halle (ddp-lsa). Das hallesche Kunstmuseum Moritzburg zeigt ab Samstag (26. April) eine umfangreiche Retrospektive des Bildwerks von Einar Schleef. Damit werde der als Regisseur, Bühnenbildner und Autor bekannte Schleef erstmals auch als Maler und Zeichner vorgestellt, sagte Museumsdirektorin Katja Schneider. Die rund 250 Zeichnungen und 90 Gemälde umfassende Ausstellung stammt aus dem Nachlass von Schleef und ist bis zum 20. Juli im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus in der Mansfelder Straße zu sehen.
Besonderheit der Schau ist die außergewöhnliche Ausstellungsarchitektur mit gut 300 Metern Stellfläche auf fast 3000 Quadratmetern Grundfläche. 2004 war der Nachlass an Malerei und Zeichnungen von Schleef als Dauerleihgabe an das Kunstmuseum Moritzburg gegangen. Er umfasst 156 Gemälde und mehr als 6000 Zeichnungen.
Schleef wurde 1944 in Sangerhausen geboren, war als Regisseur und Bühnenbildner unter anderem am Berliner Ensemble tätig und verfasste mehrere Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Er starb 2001 in Berlin.


Dessau: Ausstellung zu Bauhausschüler Rudolf Ortner in Dessau-Roßlau
Dessau-Roßlau (ddp-lsa). Eine Ausstellung über den Bauhausschüler Rudolf Ortner wird heute (24. April) in Dessau-Roßlau eröffnet. Ortner verbrachte nur ein einziges Semester am Bauhaus. Dennoch hat diese Zeit sein Leben geprägt, wie die Stiftung Bauhaus mitteilte. Die Ausstellung im Meisterhaus Schlemmer widmet sich nicht nur den Arbeiten aus der Bauhauszeit, sondern gibt einen Einblick in das Gesamtschaffen des vielseitigen Architekten und Künstlers.