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München: Immendorff sieht sich «eher als eine Ich-Guerilla» +++ Wernigerode: Ausstellung «HarzReflektionen» wird eröffnet +++ Rostock: Kunstverein präsentiert Depot-Bestände
München: Immendorff sieht sich «eher als eine Ich-Guerilla»
München (ddp). Maler Jörg Immendorff fühlt sich mit seinem Bild «Parlament I» aus der Cafe-Deutschland-Reihe bei der am Samstag beginnenden RAF-Ausstellung der Berliner Kunst-Werke gut aufgehoben. Immendorff sagte der «Süddeutschen Zeitung» (Montagausgabe), der Anlass die Cafe-Deutschland-Bilder zu malen, sei für ihn damals aber nicht die RAF gewesen, sondern die Freundschaft mit dem Künstler A.R. Penck und die politische Situation in Deutschland. Ein Künstler mache doch nichts anderes, als immer wieder an Grenzen zu stoßen und sie zu überwinden. Er selbst würde sich «eher als eine Ich-Guerilla sehen».
Immendorff betonte, er hätte an der Ausstellung aber nicht teilgenommen, wenn die Schau nicht auch zeige, dass damals etwas nicht zu Akzeptierendes geschehen sei. Jemand habe sich aufgeschwungen, über das Leben anderer zu entscheiden. Bei der Kritik an der Ausstellung schwinge sicher auch die Angst mit, dass eine solche Veranstaltung eine posthume Verklärung der RAF-Mitglieder sein könne, sagte der 59-Jährige.
Wernigerode: Ausstellung «HarzReflektionen» wird eröffnet
Wernigerode (ddp-lsa). Eine Kunstausstellung mit 40 Ölgemälden zum Thema «HarzReflektionen» wird heute in der Campus-Villa der Hochschule Harz in Wernigerode eröffnet. Die Kunsterzieherin Ulrike Sacher hat Motive ausgewählt, die größtenteils im Nationalpark Hochharz angesiedelt sind. Dazu gehören überregional bekannte Orte wie Brockenkuppe mit Brockengarten, Hexenaltar und Teufelskanzel sowie Goethemoor und Paternosterklippe, wie die Hochschule mitteilte.
Die Ausstellung wird voraussichtlich bis Ende März zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.
Rostock: Kunstverein präsentiert Depot-Bestände
Rostock (ddp-nrd). Der Rostocker Kunstverein öffnet seinen Fundus. Bis Ende Februar sind in der Galerie im Mönchentor Arbeiten von 40 Künstlern wie Feliks Büttner, dem Gestalter der AIDA-Schiffe, Susanne Kandt-Horn, Armin Münch, Matthias Vorbeck und Werner Wittig zu sehen. In zwölf Jahren Vereinsgeschichte hätten sich im Depot rund 200 Arbeiten angesammelt, sagte eine Vereinssprecherin am Montag.
Der Kunstverein plant in diesem Jahr insgesamt acht Ausstellungen. Im März folgt eine Schau mit Computergrafik, Fotoprojekten und Porträts von Steffi Weigel. Die Künstlerin wurde 1975 in Rostock geboren und stellte unter anderem in Dresden, Berlin, Bonn und Rendsburg aus. Geplant sind auch die Schau «Der Mensch in der Schifffahrt» zur Hanse Sail im August mit Bildern aus der Sammlung der Deutschen Seereederei (DSR) sowie Personalausstellungen von Ulf Richter und Heinz Wodzicka.
Die Wurzeln des Kunstvereins gehen auf das Jahr 1841 zurück, als Mäzene, Kunstfreunde und Künstler eine städtische Kunstsammlung begründeten. Die damals gesammelten Werke befinden sich zu großen Teilen im Besitz des Rostocker Kulturhistorischen Museums.