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Herne: NRW-Schriftsteller kritisieren «Trend zur Bestselleritis» +++ Arnsberg: Die Nominierten für den «Krimi-Oscar»
Herne: NRW-Schriftsteller kritisieren «Trend zur Bestselleritis»
Herne (ddp-nrw). Nordrhein-westfälische Autoren beklagen einen zunehmenden Trend zur «Bestselleritis». Immer mehr Buchhandlungen bieten nur noch Titel an, die sie von den übermächtigen Buchgroßhändlern beziehen, wie Volker W. Degener vom nordrhein-westfälischen Schriftstellerverband (VS) am Sonntag in Herne kritisierte. Dadurch würden kleine und mittlere Verlage und ihre Produkte ausgegrenzt.
Ähnlich sei es bei den öffentlichen Bibliotheken, die aufgrund von Personalreduzierungen keine Lektoren mehr beschäftigten, sondern ihre Bücher pauschal per Dauerabonnement bezögen. Dabei würden sie nur noch mit den gängigsten Titeln beliefert. «Diese Angebotsreduzierung bringt den Einzelhandels-Buchhandlungen und den kleinen Buchhandlungen den Tod», kritisierte Degener weiter.
Zum Internationalen Tag des Buches waren am Samstag in Herne 90 Mitglieder des VS-NRW zu ihrer Jahrestagung zusammengekommen. Dazu gab es ein Literaturprogramm mit einer Schreibwerkstatt für Schüler, 60 Schullesungen sowie weiteren Autorenlesungen.
Arnsberg: Die Nominierten für den «Krimi-Oscar»
Arnsberg (ddp-nrw). Der Friedrich-Glauser-Preis gilt als «Oscar» des deutschsprachigen Krimis. Er ist benannt nach dem Schweizer Schriftsteller, der als Ahnherr der heimischen Krimiszene gilt, und wird seit 1987 von der Autorenvereinigung «Das Syndikat» vergeben. Mit dem undotierten Ehrenglauser wird die Weinheimer Autorin Ingrid Noll für ihr Lebenswerk gewürdigt. Für die Verleihung am kommenden Samstag zum Abschluss der «Criminale» im Hochsauerlandkreis sind außerdem nominiert:
Kategorie «Roman» (5000 Euro): Gert Anhalt («Für eine Hand voll Yen»), Sabine Deitmer «Scharfe Stiche», Christine Grän («Marx, my love»), Robert Hültner («Inspektor Kajetan und die Betrüger»), Hansjörg Schneider («Hunkeler macht Sachen»).
Kategorie «Debüt» (1500 Euro): Susanne Ayoub («Engelsgift»), Mischa Bach («Der Tod ist ein langer, trüber Fluss»), Birgit Lautenbach und Johann Ebend («Das Kind der Jungfrau»), Christian Schünemann («Der Frisör»), Stefan Slupetzky («Der Fall des Lemming»).
Kategorie «Kurzgeschichte» (1000 Euro): Anne Chaplet («Wem die Stunde schlägt in Königsborn»), Horst Eckert («On the Road»), Doris Gercke («Der Richter von Unna»), Gunter Gerlach («Hochzeit in Voerde»), Sandra Lüpkes («Klackklack-Klackklack»).
Hansjörg-Martin-Preis für Kinder- und Jugendkrimis (2500 Euro): Jürgen Banscherus («Das Lächeln der Spinne»), Kirsten Boie («Die Medlevinger»), Kristina Dunker «Sommergewitter», Joachim Friedrich («Die geheime Tür»), Sabine Ludwig («Die Nacht in der Mr. Singh verschwand»)
http://www.die-criminale.de