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27.7.: oper und konzert aktuell +++ oper und konzert

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Bayreuth: «Parsifal»-Sänger Wottrich wehrt sich gegen Schlingensief +++ Berlin: Malakhov wird Intendant des Staatsballetts Berlin +++ Neuzelle: «Oper Oder-Spree» wird mit Tschaikowskis «Jolanthe» eröffnet +++ Potsdam: «Die Zauberflöte» im Volkspark +++ Dortmund: Aufführungen in der Oper kommen trotz Sanierungsphase gut an


Bayreuth: «Parsifal»-Sänger Wottrich wehrt sich gegen Schlingensief
Bayreuth (ddp). Die Auseinandersetzung zwischen Regisseur Christoph Schlingensief und dem «Parsifal»-Sänger Endrik Wottrich eskaliert. Wottrich wies im «Nordbayerischen Kurier» (Dienstagausgabe) den indirekten Vorwurf des Rassismus durch Schlingensief energisch zurück. Er selbst habe niemals das Wort «Reinheitsbegriff» verwendet, sagte der Sänger. Er finde es für Deutschland «ausgesprochen peinlich», dass so eine Inszenierung überhaupt möglich sei. Das habe aber nichts mit dem Begriff «Reinheit» zu tun.
Schlingensief, dessen Neuinszenierung des «Parsifal» von Richard Wagner am Sonntag bei den Bayreuther Festspielen Premiere hatte, war im Vorfeld von Wottrich heftig kritisiert worden. Der Regisseur hatte seinerseits auf der Festspielpressekonferenz am Montag gesagt, er nehme es dem Sänger übel, dass dieser ein Deutschland vertrete, das «rein» bleiben müsse. Wottrich habe plötzlich nicht spielen können, weil «ein Neger» auf einer Leinwand zu sehen gewesen sei. Der Sänger habe einen «Reinheitsbegriff» von Deutschland, den er nicht teilen könne.
Wottrich sagte, er finde die vier schwarzen Statisten «ausgesprochen nett». Außerdem habe Schlingensief seinerseits die Statisten «beschissen behandelt». Zugleich stritt der Sänger nicht ab, den Begriff «Neger» benutzt zu haben. Er sei als Kind mit den Begriffen «Schwarzer = Neger» aufgewachsen, auch «Negerkuss» sei für ihn kein politisch unkorrektes Wort.
Allerdings stehe der «Parsifal» «im Sinne einer kulturellen Evolution mit seiner Musik- und Wortsprache so weit über primitiven afrikanischen Stämmen, die heute noch in der Steinzeit leben», dass er in diesem Stück «nicht ununterbrochen mit diesen primitiven afrikanischen Stämmen und Voodoo-Zauber konfrontiert» sein wolle, sagte Wottrich. Das habe jedoch nichts mit Rassismus zu tun. «Wären ständig irgendwelche weißen Berliner Penner vorgekommen, hätte ich mich genauso dagegen gewehrt», sagte er.
Wottrich bekräftigte, dass er den Parsifal im nächsten Jahr nicht mehr singen wird und bezeichnete die Produktion als «jämmerlich» und «intellektuell-emotional absoluten Müll». Schlingensiefs Inszenierung sei ein «Höhepunkt des Schwachsinns» und «multimedial-infantiler Mist».

Berlin: Malakhov wird Intendant des Staatsballetts Berlin
Der russische Choreograf und Tänzer Vladimir Malakhov tritt am 1. September als Intendant des Staatsballetts Berlin an. Der 35-Jährige und die Berliner Kulturstaatssekretärin Barbara Kisseler unterzeichneten gestern den Fünf-Jahres-Vertrag des Künstlers. Malakhov, der das Ballett bisher kommissarisch leitete, werde auch als Solist auftreten, teilte die Kulturverwaltung mit.
Das Ensemble plant in der Spielzeit 2004/2005 rund 100 Vorstellungen. Es wird in Berlin sowohl in der Deutschen Oper und der Staatsoper auftreten. Bei einem Etat von zwölf Millionen Euro sollen 3,4 Millionen durch Kartenverkauf und Gastspieleinnahmen erwirtschaftet werden.
Quelle: orf

Neuzelle: «Oper Oder-Spree» wird mit Tschaikowskis «Jolanthe» eröffnet
Neuzelle (ddp-lbg). Mit Peter Tschaikowskis Oper «Jolanthe» wird am Donnerstag (20.00 Uhr) im Kloster Neuzelle das diesjährige Sommerfestival «Oper Oder-Spree» eröffnet. Bis 15. August stehen insgesamt 18 Veranstaltungen in Neuzelle, Beeskow, Sauen und erstmals auch Frankfurt (Oder) auf dem Programm, wie die Veranstalter ankündigten. Zu den Höhepunkten gehören festliche Operngalas am 14. August auf Burg Beeskow und am 15. August im Stift Neuzelle sowie eine Operncollage in Sauen (12. und 13. August).
Die einaktige Oper «Jolanthe» (1892) erzählt das Märchen von einer blinden Prinzessin, die durch die Liebe wieder sehen kann. Regie führt Olaf Brühl aus Berlin, Marco Comin leitet das Neue Bulgarische Sinfonieorchester aus Sofia. Die Oper wird bis 8. August acht Mal in Neuzelle, am 31. Juli in Beeskow sowie vom 12. bis 15. August auf der Frankfurter Oderinsel Ziegenwerder aufgeführt.
Veranstalter des Festivals sind die Stiftung Stift Neuzelle und die Burg Beeskow. Anliegen sei es, insbesondere junge Künstler aus Osteuropa zu fördern. Schirmherr des Festivals ist Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU).

Potsdam: «Die Zauberflöte» im Volkspark
Potsdam (ddp-lbg). Der Volkspark Potsdam verwandelt sich am Freitag in eine Opernbühne. Mit der «Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart erwartet das Publikum ein stimm- und bildgewaltiger Abend unter freiem Himmel, wie ein Sprecher des Veranstalters sagte. Unter der Leitung von Jan Chalupecky spielt die Prager Kammeroper.
Die Aufführung beginnt um 20.00 Uhr, Einlass ist ab 19.00 Uhr am Haupteingang. Die Karten kosten zwischen 29,80 und 42,75 Euro. Sie können unter der Telefonnummer 0391/531 35 59 bestellt werden.

Dortmund: Aufführungen in der Oper kommen trotz Sanierungsphase gut an
Dortmund (ddp-nrw). Die Aufführungen in der Dortmunder Oper kommen beim Publikum offenbar gut an. Nach Angaben der Einrichtung lag mit 70,2 Prozent die Auslastung in der Spielzeit 2003/2004 um gut zehn Prozent über der der vorangegangenen Spielzeit.
Besonders positiv sei auch die absolute Steigerung der Besucherzahlen um fast 10 000 zu bewerten, da wegen der großen Sanierungsphase des Bühnenbereichs mit 184 Vorstellungen weniger Aufführungen stattfinden konnten als in der vorangegangenen Spielzeit, teilte ein Sprecher am Montagabend weiter mit. Damals hatte die Zahl der Vorstellungen im Musiktheater noch bei 203 gelegen.
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