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Publikum still, Künstler konzentriert
Nachwuchs-Musiker mit Feuereifer beim Musikschul-Jubiläumskonzert - Schwierige Harmonien: Neunburg vorm Wald. (dga) Seit dreißig Jahren besteht die Städtische Musikschule. Grund genug, diesen Geburtstag im Rahmen diverser Aufführungen festlich zu begehen. Den Höhepunkt bildete am Samstag das Jubiläumskonzert: Die Eleven des Hauses zeigten einem mucksmäuschenstill lauschenden Publikum ihr Können und ihre Auffassung von Interpretation.
Schon junge Meister
"Früh übt sich, was ein Meister werden will" sagt schon das Sprichwort, und so zeigten, nach den erfreulich kurzen Grußworten von Schulleiterin Barbara Nutz und Bürgermeister Alfons Bayerl im Verlauf des Abends unter anderen die beiden wohl jüngsten Künstler im Saal, was sie bereits beherrschten: Lisa Rückerl berichtete am Klavier vom "Wurstelprater" und Brigitte Schmidhuber brachte, am Klavier begleitet von ihrer Schwester Daniela, auswendig, sehr tapfer und fehlerlos gar einen Satz aus einem Violinkonzert in der für eine Erstklässlerin nicht gerade einfachen Tonart h-Moll zu Gehör.
Schon bei der kleinen Geigenkünstlerin fielen, ebenso wie gegen Ende des Konzertes bei der "großen", Teresa Schießl mit dem fast perfekt dargebrachten dritten Satz aus demselben Konzert, das hervorragend ausgebildete Handgelenk und der sehr gerade, und dadurch zu vielfältiger Intonation befähigende Bogenstrich auf.
Das achtzehn verschiedene Darbietungen enthaltende Programm hatte vom fortgeschrittenen Anfänger bis zur Konzertnähe alle Schattierungen, aber auch einige Seltenheiten: so zeigte Eva-Maria Lehmer eindrucksvoll mit dem auf dem chromatischen Akkordeon dargebrachten "Gefangenenchor", dass bei einfühlsamer Darbietung dieses vom im Pianissimo Sehnenden bis zum im Fortissimo Pathetischen reichenden Musikstückes der Dreivierteltakt keineswegs zum Walzertakt werden muss.
Eine G-Dur-Sonate in drei Sätzen für Hackbrett (Franziska Mensch, am Klavier begleitet von Barbara Nutz) zählt bestimmt auch zu den musikalischen Kleinodien, besonders wenn sie derart virtuos vorgetragen werden. Die kaum bekannte Klangvielfalt dieses sonst nur aus der Volksmusik bekannten Instrumentes, die fehlerlos beherrschten und oft sehr schwierigen Läufe und Harmonien des Musikstückes und die grandiose Interpretation der jungen Künstlerin begeisterten das Publikum.
Hatte schon Andrea Hösl bei den "Idyllen von Josef Suk" den Klang ihres Pianos nahezu konzertreif beherrscht, so zeigte nach der Ehrung der Lehrkräfte Nicole Zwicknagel mit einem Concertino für Klarinette, dass auch sie auf dem besten Weg zur Konzertreife ist. Michael Käsbauer folgte auf dem Klavier mit dem "Maple Leaf Rag", und er spielte ihn so, wie es sich in der Ragtime gehörte und wie ihn nur Könner spielen dürfen: fast gänzlich ohne Pedaleinsatz.
Auch schräge Töne
Fast vermissten die Zuhörer ein paar schräge Töne der "Drahtkommode". Ein gekonnter Schlusspunkt unter ein Jubiläumskonzert, bei dem die Schüler gekonnt ihre großartigen Leistungen zeigten.
Der Neue Tag
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