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«La Traviata» und «Rigoletto» - Verdi-Festival an der Deutschen Oper +++ Sondervorstellung des Musicals «Jekyll & Hyde» für Gehörlose +++ Königliche Neujahrskonzerte im Schloss Charlottenburg +++ Musikalisch ins neue Jahr - Konzerte in Bremen +++ Klassik in NRW - Kleiner Überblick zu Neujahrskonzerten
«La Traviata» und «Rigoletto» - Verdi-Festival an der Deutschen OperBerlin (ddp-bln). Mit einem zweiteiligen Verdi-Festival startet die Deutsche Oper Berlin ins neue Jahr. Insgesamt sieben Mal sind im ersten Teil im Januar drei Opern des Maestro zu erleben. Dem Komponisten war bereits im Verdi-Gedenkjahr 2001 zu seinem 100. Todestag eine erste Präsentation aller drei Opernhäuser der Stadt gewidmet.
Die besonders populären Werke «La Traviata» und «Rigoletto» stehen bis 17. Januar je drei Mal auf dem Spielplan. Gesungen wird jeweils in der italienischen Originalsprache, im Falle von «La Traviata» und «Ein Maskenball» (beides Inszenierungen von Götz Friedrich) mit deutschen Übertiteln und auch mit italienischen Gastdirigenten: Stefano Ranzani und Rizzi Brignoli.
«La Traviata» zum Auftakt wird am 3. Januar mit Nora Arnsellern in der Titelpartie und Massimo Giordano als Alfred gegeben. Im «Rigoletto», inszeniert von Hans Neuenfels, singt Ensemblemitglied Ofelia Sala die Gilda.
Sondervorstellung des Musicals «Jekyll & Hyde» für Gehörlose
Köln (ddp-nrw). Musik ist Hören. Meistens zumindest. Am 21. Februar ist in Köln Musik vor allem sehen. Dann wird das Musical «Jekyll & Hyde» in einer Sondervorstellung für Gehörlose und Schwerhörige gezeigt. Dabei werden die Texte nicht nur für alle sichtbar durch eine Gebärdendolmetscherin in Gestik umgesetzt, auch die Hauptdarsteller proben just, um eine ganze Szene selber mit Gebärden zu spielen.
Immer häufiger wird auf Theaterbühnen im Ruhrgebiet mit «Händen und Füßen» gearbeitet. Schon das Erfolgsmusical «Joseph» ging mehrfach als Gehörlosen-Vorstellung über die Bühne des Colosseums Essen, auch «Elisabeth» - ebenfalls in Essen - wurde schon «wortlos» angeboten. Das freut besonders die Schüler des Internats für Gehörlose in Essen. «Diese Angebote werden von unseren Jugendlichen total begeistert aufgenommen», erklärt Susanne Schnarre, Sozialarbeiterin im Internat: «Wenn so eine Vorstellung ansteht, geht das bei uns im Haus sofort rum wie eine Lauffeuer.»
Die Nachricht spricht sich nicht herum, sie geht herum. Von Hand zu Hand. Doch auch dabei gibt es Missverständnisse. Es gibt noch immer nicht eine anerkannte Gebärdensprache in Deutschland. Auch im Internat des diakonischen Werkes führt das manchmal zu Problemen. Susanne Schnarre beherrscht die Grundlagen einer Gebärdensprache. «Doch wenn ein bayrischer Schüler beispielsweise vor mir steht, kann der mit meiner Gestik nichts anfangen. Wie in der gesprochenen Sprache gibt es Dialekte», erläutert sie. Aber nicht nur die Dialekte sind ein Problem, auch der «Wortschatz». «Die Gebärdennachrichten im Fernsehsender Phoenix können viele unserer Bewohner nicht verstehen, weil das einfach zu hochgestochen ist», so Susanne Schnarre weiter.
Eine, die sich seit Jahren für die Verbreitung der Gebärdensprache einsetzt, ist Winny Stenner. Schon für die Gehörenlosen-Vorstellung von «Elisabeth» hatte die engagierte Mitarbeiterin des Vereins «Zeichen setzen» mit den Darstellern die besondere Gestik einstudiert. Für «Jekyll & Hyde» arbeitet sie mit der Dolmetscherin gerade an einer Gebärdenchoreographie. Diese lyrische Gebärdenadaption von Musik und Text ermöglicht es der Übersetzerin, den poetischen Sprachcharakter der Songs zu transportieren. Schließlich geht es nicht nur um Worte und Bedeutung. Es geht um Emotion und Stimmung. Die darf bei der Übersetzung nicht verloren gehen.
So sehr sich die schwerhörigen und gehörlosen Besucher auf die Sondervorstellung freuen, so ein Besuch ist auch eine Frage des Geldes. Mit einem Einheitspreis von 35,50 Euro auf allen Plätzen bleibt ein solcher Musicalgenuss immer die Ausnahme. «Gerade im Bereich der Alltagskultur würde ich mir mehr Angebote wünschen», erklärt Susanne Schnarre. Für ganz normale Kinobesuche fahren ihre Schüler oft nach Köln, wo Vorführungen mit Untertiteln angeboten werden. Über solche Vorstellungen würden sich auch im Ruhrgebiet viele potenzielle Besucher freuen. Nicht nur Gehörlose haben Probleme mit der gesprochenen deutschen Sprache. Kinofilme mit Untertitel können auch in den Bereich «Deutsch für Ausländer» fallen.
Karten für die Sondervorstellung von Jekyll & Hyde gibt es unter der Fax-Hotline 0211-7344171 oder sie können per Mail an deaf [at] kartenkaufen.de (deaf[at]kartenkaufen[dot]de) angefordert werden.
Birgit Schlieper
Königliche Neujahrskonzerte im Schloss Charlottenburg
Berlin (ddp-bln). Klassikfans können am Freitag und Samstag die Gesamtaufführung des Orchesterwerkes von Friedrich dem Großen in der Schlosskapelle Charlottenburg erleben. «Friedrich der Große war ein exzellenter Flötenspieler, aber auch ein hervorragender Komponist», sagte ein Sprecher des Veranstalters. Erhalten seien neben Flötensonaten noch vier Flötenkonzerte, vier Sinfonien und drei Arien aus der Feder des Königs. Obwohl sein Musikgeschmack als konservativ gelte, weisen die Kompositionen durchaus «moderne» und persönliche Elemente auf, die den Charakter Friedrich des Großen auch in seiner Musik deutlich werden ließen, fügte der Sprecher hinzu.
Mit der Gesamtaufführung des Orchesterwerkes will der Verein «Musik in Brandenburgischen Schlössern» wieder ein musikhistorisch herausragendes Projekt der Öffentlichkeit vorstellen. Adelheid Krause-Pichler (Flöte), Julia Baumeister (Sopran) und das Mozartensemble Berlin-Brandenburg musizieren in der Schlosskapelle an dem Ort, an dem die Stücke seinerzeit gespielt wurden.
Die Konzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Karten für die Veranstaltung sind bei www.ticketonline.de und lokalen Vorverkaufsstellen sowie an der Tageskasse erhältlich.
Musikalisch ins neue Jahr - Konzerte in Bremen
Bremen (ddp-nrd). Mit Walzern und Polkas der Strauß-Familie startet das Bremer Konzerthaus «Die Glocke» in das Jahr 2004. Beim traditionellen Neujahrskonzert wird Nicolas Hrudnik das Orchester musica viva dirigieren. Vorstellungen sind um 14.00 und 17.30 Uhr.
Osteuropäische Klänge gibt es am Vorabend beim Silvesterkonzert in der «Glocke». Die Staatliche Philharmonie Krakau wird unter Dirigent Volker Schmidt-Gertenbach die Ouvertüre zu «Ruslan und Ljudmila» von Michail Glinka, ein Konzert für Klavier und Orchester von Peter Tschaikowsky und eine Sinfonie von Antonin Dvorák präsentieren. Das Konzert beginnt um 18.00 Uhr.
Klassik in NRW - Kleiner Überblick zu Neujahrskonzerten
Düsseldorf (ddp-nrw). Zum neuen Jahr gibt es in vielen großen Konzerthäusern Nordrhein-Westfalens wieder Neujahrskonzerte. In der Düsseldorfer Tonhalle stehen zwei Konzerte jeweils um 16 Uhr und um 19.30 Uhr auf dem Programm. Das Philharmonische Orchester Tirgu Mures/Siebenbürgen gibt unter der Leitung von Franz Lamprecht unter anderem Ausschnitte aus Werken von Franz Lehár, Johann Strauß sowie Carl Michael Ziehrer. Tickethotline: 0 18 03 - 30 33 30.
Im Konzerthaus Dortmund beginnt das Neujahrskonzert um 11 Uhr. Die Neue Philharmonie Westfalen unter Leitung von Herbert Mogg spielt unter anderem Werke von Franz von Suppé, Joseph Lanner, Johann Strauß und Carl Michael Ziehrer. Tickethotline: 01805 - 448044.
Bei der Kölner Philharmonie steht diesmal kein Neujahrskonzert auf dem Programm. In der Historischen Stadthalle Wuppertal gibt das Symphonieorchester Wuppertal unter Leitung von George Hanson ein «Johann Strauß-Porträt». Beginn ist 18 Uhr. Restkarten unter 0202 - 569 4444.
In den Städtischen Bühnen Münster moderiert Götz Alsmann durch das Neujahrskonzert. Auf dem Programm des städtischen Symphonieorchesters stehen unter anderem Werke von Erich Wolfgang Korngold, Johann Strauß, Jacques Offenbach und Theo Mackeben. Alsmann wird darüber hinaus Stücke aus seinem neuen Album vorstellen. Die Veranstaltung um 17 Uhr ist bereits ausverkauft. Für 20.15 Uhr gibt es noch Karten unter der Telefonnummer 0251 - 41467 100.