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5.4.: theater und literatur aktuell +++ theater und literatur

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Arnsberg: «Criminale» in diesem Jahr im Sauerland +++
Bautzen: «Die Welle» von Reinhold Tritt im Theater +++
Plauen: «Das Ballhaus» öffnet am Theater Plauen-Zwickau +++

Arnsberg: «Criminale» in diesem Jahr im Sauerland
Arnsberg (ddp). Auf der 19. «Criminale» im Hochsauerlandkreis präsentiert sich vom 27. April bis 1. Mai die deutschsprachige Krimiszene mit rund 60 Veranstaltungen den Lesern. Mit mehr als 160 teilnehmenden Autoren ist die diesjährige «Criminale» die größte ihrer 19-jährigen Geschichte und zugleich das wichtigste Krimifestival Europas, wie die Veranstalter am Montag in Arnsberg mitteilten.
Zu den erwarteten Krimiautoren zählen unter anderen Niklaus Schmid, Jochen Senf, Anne Chaplet und Horst Eckert, der auch Sprecher der Krimiautorenvereinigung «Das Syndikat» ist. Auf dem Festival wird alljährlich der mit 5000 Euro dotierte Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman vergeben. Der «Ehrenglauser 2005» geht diesmal an die Autorin Ingrid Noll, bekannt unter anderem durch ihren Roman «Der Hahn ist tot».
«Die Krimiszene in Deutschland blüht. Die Leser lieben Krimis», sagte Eckert. Rund ein Viertel der verkauften Belletristik seien Spannungsromane. Grund für den Krimi-Boom sei vor allem das «Interesse an den Schattenseiten der Gesellschaft und an den menschlichen Abgründen».

Bautzener: «Die Welle» von Reinhold Tritt im Theater
Bautzen (ddp-lsc). Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus will das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen mit der Neuinszenierung «Die Welle» setzen. Das Theaterstück von Reinhold Tritt feiert am Donnerstag im Burgtheater Premiere. Neben Mitgliedern des Ensembles spielten 18 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren mit, teilte die Spielstätte mit. Neun Laienrollen besetzte die Berliner Regisseurin Birgit Funke doppelt, so dass die Schüler abwechselnd auf der Bühne stehen.
«Die Welle» ist eine künstlerische Reaktion auf das Ergebnis der Landtagswahlen im September 2004, als die NPD in Bautzen und Teilen des Landkreises fast zehn Prozent der Listenstimmen erhielt. Das Theater will nach eigenen Angaben mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln etwas unternehmen, damit rechtes Gedankengut sich nicht dauerhaft in politischen Gremien etablieren kann und die demokratische Kultur im Land nicht untergraben wird. Es setze bewusst in Schulen an, wo die Wähler von morgen heranwachsen.
Der «Welle» liegt ein authentischer Fall aus dem Jahre 1969 zu Grunde. Im Geschichtsunterricht wird der Zweite Weltkrieg mit Faschismus, Holocaust und Naziverbrechen behandelt. Die Reaktionen der Schüler auf das Thema reichen von Unverständnis über Desinteresse bis hin zu der überheblichen Überzeugung, sich selbst nie einer verbrecherischen Minderheit unterzuordnen.

Plauen: «Das Ballhaus» öffnet am Theater Plauen-Zwickau
Plauen (ddp-lsc). «Das Ballhaus» öffnet nun auch am Theater Plauen-Zwickau seine Pforten. Die deutsche Adaption, die Steffen Mensching nach dem Film «Le Bal» von Ettore Scola schuf, kommt in der Regie von Stefan Wolfram erstmals am Samstag auf die Bühne des Großen Hauses Plauen, wie das Theater mitteilte. Die Ausstattung hat den Angaben zufolge Robert Schrag übernommen.
Die Handlung beginnt in den 1920er Jahren, als das Ballhaus ablenkt von den Alltagssorgen nach dem Ersten Weltkrieg. Die Menschen tanzen auf einem Vulkan bis die Nationalsozialisten die Macht ergreifen, der Terror einzieht, der Krieg das Ballhaus in ein Lazarett und Totenhaus verwandelt. Die Amerikaner kommen, werden abgelöst von den Russen. Die Zeit des Sozialismus verwandelt das Ballhaus in einen Ort für Betriebsfeiern mit Auszeichnungen und Schwof, aber auch in ein Wahllokal. Dann erlebt das Ballhaus die Zeit der «Wende» und den Einzug des Westens.
«Das Ballhaus» erzählt (ost-)deutsche Geschichte, ganz ohne Worte, dafür tanzend. In der Plauen-Zwickauer Inszenierung geschieht das weder mit Mitteln des klassischen Balletts noch als Tanztheater. Vielmehr hat sich das gesamte Schauspielensemble des Stückes angenommen. Das lebt neben der Geschichte insbesondere von den sorgfältig einstudierten Gesellschaftstänzen (Choreografie Sonja Elstermann) und der weitgehend live gespielten Musik (musikalische Leitung Matthias Spindler) der vergangenen 80 Jahre.
http://www.theater-plauen-zwickau.de