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Berlin: Volker Ludwig inszeniert Huxley-Musical «Schöne neue Welt» +++ Berlin: Brandauer inszeniert «Dreigroschenoper» mit Campino
Berlin: Volker Ludwig inszeniert Huxley-Musical «Schöne neue Welt»
Berlin (dpa) - Der Berliner Grips-Theater-Chef Volker Ludwig plant ein neues Musical nach dem Roman «Brave New World» (Schöne neue Welt/1932) von Aldous Huxley (1894-1963). Premiere des Musicals der «Anti-Vision» Huxleys mit desillusionierenden Bildern einer technokratisierten und automatisierten, aller natürlichen Impulse beraubten Welt soll im Herbst 2006 sein, teilte das Theater mit.
Dafür bewilligte der vom Bund finanzierte Hauptstadtkulturfonds in seiner jüngsten Sitzung einen Zuschuss in Höhe von 110 000 Euro. Ludwig hatte 1986 das Musical «Linie 1» mit der Musik von Birger Heymann herausgebracht, das seitdem auf über 100 Bühnen im In- und Ausland mit großem Erfolg nachgespielt wird und noch heute auf dem Spielplan des Grips-Theaters steht.
Berlin: Brandauer inszeniert «Dreigroschenoper» mit Campino
Berlin (dpa) - Klaus Maria Brandauer inszeniert im nächsten Jahr Bertolt Brechts «Dreigroschenoper» in Berlin. «Das Stück ist keine olle Kamelle», sagte der deutsch-österreichische Schauspieler und Regisseur in Berlin. «Es spricht die Menschen auch im Jahr 2006 an.»
Die Inszenierung wird die erste große Produktion im traditionellen Admiralspalast aus dem 19. Jahrhundert sein, der seit Jahren geschlossen ist und als neuer Kulturtempel wiedererstehen soll.
Brandauer will das Stück modern, aber nicht mit Bezug zur aktuellen Politik aufbereiten. Campino von den Toten Hosen wird die tragende Figur Mackie Messer spielen. «Wir haben ein elegantes und erotisches Gebilde unter dem Gesindel gesucht, das einen Verbrecher charmant darstellen kann», sagte Brandauer. Campino sei die erste Wahl gewesen. Außerdem zu sehen und hören sind Gottfried John (Peachum), Katrin Sass (Mrs. Peachum), Maria Happel (Jenny) und Birgit Minichmayr (Polly). «Es tritt eine interessante Räuberbande auf», sagte Lukas Leuenberger, Produzent und Initiator des Projekts.
Premiere ist am 11. August, drei Tage vor dem 50. Todestag Brechts. «Die Aufführung wird Besucher aus ganz Deutschland anlocken», hofft Leuenberger. Der Admiralspalast (zwischenzeitlich umbenannt in Metropol-Theater) mit 1600 Plätzen sei ein Symbol für das neue wie für das alte Berlin der Zwanziger Jahre. Mit der Inszenierung kehre das Stück mit der Musik von Kurt Weill zu seinen Wurzeln zurück. Uraufgeführt wurde die Dreigroschenoper 1928 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm, nahe dem Admiralspalast.