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7.1.: bildende kunst aktuell +++ bildende kunst

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Berlin: Arte zeigt Dokumentation über Flick-Collection +++ Hannover: Schiffers und Ganzenmüller stellen in Hannover aus +++ Hamburg: Fotografien deutscher Nachwuchskünstler in den Deichtorhallen +++ Bad Frankenhausen: Deutlich mehr Besucher in Tübkes Panorama-Museum


Berlin: Arte zeigt Dokumentation über Flick-Collection
Berlin (ddp). Die umstrittene «F.C. Flick Collection» steht im Mittelpunkt einer Dokumentation im deutsch-französischen Kultursender Arte. Der gleichnamige Film von Heinz Peter Schwerfel wird am 14. Januar (22.10 Uhr) im Rahmen des Themenabends «Kunststücke» über die Kunstszene in Berlin als Erstausstrahlung gezeigt. Um 23.10 Uhr läuft der Dokumentarfilm «Die Nacht der offenen Türen» über die «Lange Nacht der Museen» in der Hauptstadt.
Der Streifen «Die F.C. Flick Collection» zeigt nach Angaben des Senders, dass diese mehr als andere Privatsammlungen Rückschlüsse sowohl auf die Persönlichkeit des Sammlers als auch auf derzeitige gesellschaftliche Malaisen erlaube. Wieviel Geld, das der Großvater durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern erzielte, steckt noch im Erbe von «Mick» Flick? Ist Schuld erblich oder ist Schuld Geschichte und nur die Verantwortung erblich? Und schließlich: Wie abhängig sind die Museen in Zeiten leerer Kassen, wie geschickt verhandeln sie mit Sponsoren und Privatleuten? Diesen Fragen gehe der Film in acht Kapiteln nach, die jeweils im Zeichen eines Werkes der Sammlung stehen. Zu Wort kommen auch Künstler, der Sammler und
Museumsvertreter.
Am 11. Januar um 18.00 Uhr wird der Film in einer öffentlichen Preview im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart in Berlin gezeigt.
Die Ausstellung der «Friedrich Christian Flick Collection» war Ende September in Berlin eröffnet worden. Die Collection zählt zu den weltweit hochkarätigsten Sammlungen zur zeitgenössischen Kunst und umfasst über 2000 Werke von rund 150 Künstlern, darunter Bruce Nauman, Martin Kippenberger, Candida Höfer, Nam June Paik, Cindy Sherman und Pipilotti Rist. Die Schau hatte heftige Kontroversen ausgelöst, weil der Großvater des Sammlers, Friedrich Flick, zu den größten Rüstungslieferanten des NS-Regimes gehört hatte.

Hannover: Schiffers und Ganzenmüller stellen in Hannover aus
Hannover (ddp-nrd). Mit Antje Schiffers und Thomas Ganzenmüller präsentiert der Kunstverein Hannover die beiden Träger des Preis des Kunstvereins 2002 in einer Doppelausstellung. Die Schau wird ab 18. Februar in Hannover zu sehen sein, wie der Kunstverein am Donnerstag mitteilte. Neben umfangreichen Werküberblicken stellen die beiden Künstler den Angaben zufolge im Wesentlichen die Ergebnisse ihres zweijährigen Stipendiums vor.
Die «Wandermalerin» Schiffers, die Bilder für Kost und Logis in Zahlung gibt, und der «hintersinnige Statistiker im Schafspelz der Kunst», Ganzenmüller, entwickelten für den Kunstverein einen vielschichtigen Rundgang an den Rändern der gängigen Kunstbegriffe, hieß es. Geschickt getarnt, bedienten sie sich wissenschaftlicher Disziplinen, um dem Alltag in seinen Überschneidungen und Durchdringungen durch die Kunst auf die Spur zu kommen.
Zu den beiden Ausstellungen, die bis zum 3. April laufen werden, erscheinen jeweils ein Katalog und eine Edition.

Hamburg: Fotografien deutscher Nachwuchskünstler in den Deichtorhallen
Hamburg (ddp-nrd). Die Blicke der Novizen sind heilig und nüchtern. Gelassen schauen die Porträtierten an der Kameralinse vorbei. Dem Betrachter erscheinen sie als Metapher für das Göttliche - aber auch für das Weltliche. Sehen so wirklich «gute aussichten» aus? Unter diesem Namen zumindest zeigen zehn deutsche Nachwuchskünstler zwischen 26 und 36 Jahren in den Hamburger Deichtorhallen bis zum 20. Januar ihre Fotografien. Darunter auch Monika Czosnowska mit ihren «Novizen», die in Duisburg-Essen studierte.
Alle Fotokünstler wurden von einer prominent besetzten Jury aus 60 Einsendungen verschiedener deutscher Hochschulen ausgewählt. «Bei den Werken geht es um Stille und die Sorgfalt im Detail», sagte die Initiatorin, Josefine Raab, am Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung. Neben Raab saßen auch der international anerkannte Fotograf Andreas Gursky und der Art-Direktor der Zeitschrift «Spex», Marion Lombardo, in der Jury.
Dass es bei der Werkschau nicht um schockierende Fotos geht, zeigt Bianca Gutberlet. Sie studierte in Dortmund und zeigt mit ihrem «Lubberland», was auf Deutsch Schlaraffenland bedeutet, ihre persönliche Reise in den «Menschenpark». Dabei spielt sie besonders mit frohen Farben wie Rosa, Rot, Gelb und Blau, wenn sie ein überfüllten Rummelplatz aus der Vogelperspektive zeigt, bei dem im Überfluss konsumiert wird. Auf einem anderen Werk der Künstlerin tummeln sich Jung und Alt im «Jungbrun», aus dem ein großer grüner Baum ragt.
Bei der Auswahl der Juroren habe es keine festen Richtlinien gegeben, erzählt Raab. «Mit der Werkschau wollen wir einen Querschnitt der deutschen Nachwuchskünstler zeigen und jungen Talenten eine Chance bieten.» Denn auch in der Fotobranche sei der Konkurrenz- und Kompetenzkampf mittlerweile sehr groß. Raab kündigt an, in den kommenden Jahre «gute aussichten» in die deutschen Ausstellungshallen wiederkehren zu lassen - dann mit neuen Künstlern und Bildern.
Tamara Lorenz, die in Köln studierte, sieht in dem Projekt eine große Chance für die Zukunft. Mit «solche und jenes» zeigt sie 27 Bilder, die mehr oder weniger zufällige Begegnung von Menschen zeigen. Auch im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden, wo die Ausstellung bereits zu sehen war, gab es viel positive Resonanz, sagt Lorenz.
Lorenz Eichhorn
http://www.guteaussichten.org

Bad Frankenhausen: Deutlich mehr Besucher in Tübkes Panorama-Museum
Bad Frankenhausen (ddp-lth). Das Panorama-Museum in Bad Frankenhausen hat 2004 deutlich mehr Besucher gezählt als im Jahr zuvor. Insgesamt seien 117 400 Gäste auf den Schlachtberg gekommen, ein Plus von 15 000 Kunstliebhabern, teilte die Museumsleitung am Donnerstag mit. Grund für das gestiegene Interesse sei der Tod Werner Tübkes Ende Mai gewesen, der das Monumentalgemälde über den Bauernkrieg in den 80er Jahren geschaffen hatte. Allein die ursprünglich dem 75. Geburtstag des Meisters gewidmete Ausstellung «Werner Tübke - Faszination Mittelmeer» hätten über 70 000 Kunstfreunde gesehen.
Nach Einschätzung der Museumsleitung hat sich das Konzept der Ausstellung bewährt und ihr bundesweite Beachtung eingetragen. In enger Korrespondenz zum Monumentalgemälde Tübkes würden wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer figurativer Kunst präsentiert. Auch im laufenden Jahr seien drei Sonderausstellungen geplant. So werde am 29. Januar eine Exposition mit Bildern des in Paris lebenden Künstlers Tibor Csernus eröffnet. Unter dem Titel «Zwischen Mythos und Realität» würden 69 Werke vorgestellt.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Museum Møhlmann in Venhuizen (Niederlande) schließe sich den Angaben zufolge im Sommer an. Vom 11. Juni bis 25. September laufe die Ausstellung «Naar het leven - Neuer Realismus in den Niederlanden», die anhand von 150 Exponaten die repräsentativsten Vertreter des niederländischen Realismus vorstelle. Gezeigt würden unter anderem Werke von Henk Helmantel als Meister des niederländischen Stilllebens und Peter Durieux als Landschaftsmaler. Vom 8. Oktober bis zum 15. Januar 2005 ist eine Ausstellung mit rund 100 Stillleben und Landschaften des 1950 in Mailand geborenen Künstlers Maurizio Bottoni geplant.
http://www.panorama-museum.de