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Remagen: Scheidender Arp-Direktor könnte als Kurator am Haus bleiben +++ Geltow: Fotografie-Ausstellung an fünf Orten rund um den Schwielowsee +++ Ahlen: Ausstellung widmet sich Joseph Beuys und seinen Schülern +++ Münster: Graphikmuseum präsentiert Gipfeltreffen der Modernen Kunst
Remagen: Scheidender Arp-Direktor könnte als Kurator am Haus bleibenRemagen/Mainz (ddp). Nach dem geplanten Wechsel an der Spitze des Arp-Museums im Remagener Bahnhof Rolandseck könnte der derzeitige Direktor Klaus Gallwitz ab 1. Januar 2009 in einer neuen Funktion weiter am Museum beschäftigt bleiben. Wie die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstagausgabe) schreibt, denkt die Landesregierung darüber nach, den Gründungsdirektor über einen Kuratorenvertrag weiter an das Arp-Museum zu binden.
Hintergrund seien Verhandlungen, die das Land dem Vernehmen nach mit UNICEF über eine Dauerleihgabe der Sammlung Gustav Raus führe. Der Multimillionär und Kunstsammler hatte die Sammlung dem Kinderhilfswerk vor seinem Tod vermacht. UNICEF darf die Sammlung, deren Kernbestand 153 Werke unter anderem von Cranach, El Greco, Renoir, Monet, Cézanne und Degas umfasst, erst 2026 verkaufen.
Die Idee, die Sammlung Gustav Raus bis zu ihrem Verkauf in 18 Jahren nach Rolandseck zu holen, stammt dem Bericht zufolge von Gallwitz. Sollte ein entsprechender Vertrag zwischen dem Land und UNICEF zustande kommen, solle der inzwischen 78-Jährige deshalb weiterhin für das Arp-Musem tätig sein.
Das Kulturministerium wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Ein Sprecher verwies auf ddp-Anfrage auf die Aussage von Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Göttig, wonach das Land grundsätzlich um weitere Leihgaben bemüht sei. Anlässlich der Vorstellung des neuen Direktors des Arp-Museums, Oliver Kornhoff, hatte Hofmann-Göttig am Mittwoch betont, das Museum sei «nie als monografisches» Haus allein für Arp-Werke gedacht gewesen.
Der Ministeriumssprecher bestätigte, das Land führe hinsichtlich neuer Leihgaben derzeit Gespräche, ließ aber offen, mit wem. Ob aus einem möglichen Leihvertrag personelle Folgerungen zu ziehen seien, werde zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentiert, sagte er.
Geltow: Fotografie-Ausstellung an fünf Orten rund um den Schwielowsee
Geltow (ddp-lbg). An fünf Orten rund um den Schwielowsee bei Potsdam eröffnet am Samstag (9. August) eine Ausstellung über Leben und Werk der Fotografin und Schriftstellerin Marie Goslich (1859-1936). Mit ihren fotografischen Arbeiten vermittelte die Künstlerin ein Bild der Alltagskultur ihrer Zeit, teilte der Verein Kulturland Brandenburg in Potsdam mit. Ihre Fotografien seien vorwiegend als Illustrationen von Reportagen über soziale Missstände und gesellschaftliche Situationen entstanden.
Besonderes Augenmerk richtete Goslich dabei auf Frauen und deren Arbeit auf dem Feld, im Garten und auf dem Hof, wie es weiter hieß. Die Künstlerin lebte in Berlin, Potsdam und Geltow. Die Sammlung ihrer Fotografien wurde nach ihrem Tod in Baumgartenbrück bei Geltow aufbewahrt.
Die Ausstellung «Zwischen Berlin und Baumgartenbrück» präsentiert bis zum 19. Oktober an den fünf Standorten jeweils unterschiedliche thematische Schwerpunkte. In Petzow lautet das Thema «Blick auf die Provinz», in Caputh «Blick auf die Metropole» sowie «Anmut und Stickereien», in Geltow «Wege über die Havel» und in Werder «Charme der Provinz».
Ahlen: Ausstellung widmet sich Joseph Beuys und seinen Schülern
Ahlen (ddp-nrw). Das Kunstmuseum Ahlen zeigt ab 24. August eine Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys und seinen Schülern. Wie das Museum am Donnerstag mitteilte, sind rund 150 Papierarbeiten zu sehen, darunter Werke von Jörg Immendorff, Anselm Kiefer und Norbert Tadeusz. Bei den Arbeiten handelt es sich den Angaben zufolge um ein Herzstück der Sammlung Deutsche Bank, die über 53 000 Werke umfasst und eine bedeutende Kollektion von Zeichnungen und Fotografien nach 1945 sei.
Die Ausstellung in Ahlen dauert bis zum 30. November und präsentiert Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien und Materialmontagen. Zugleich macht die Schau deutlich, dass Beuys Mentor für verschiedene Strömungen der Kunst der 1960er bis 1980er Jahre war. Ergänzt wird die Ausstellung durch den Film «Joseph Beuys und seine Klasse», der 1971 unter der Regie des Künstlers entstand.
Münster: Graphikmuseum präsentiert Gipfeltreffen der Modernen Kunst
Münster (ots) - Die großen Künstler des 20. Jahrhunderts zeigt das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster vom 1. August bis 2. November in der Ausstellung "Maeght: Das Abenteuer der Moderne". Präsentiert werden rund 120 Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus den Beständen der französischen Sammlerfamilie Maeght, darunter Kunstwerke von Georges Braque, Marc Chagall, Alberto Giacometti und Joan Miró. Die Schau spannt einen zeitlichen Bogen von den ersten kubistischen Arbeiten Braques bis zu den Vertretern der Abstraktion in den 70er und 80er Jahren wie Jean Bazaine, Alexander Calder, Eduardo Chillida, Antoni Tàpies und Bram van Velde.
"Es handelt sich um ein künstlerisches Gipfeltreffen", freut sich Museumsleiter Professor Markus Müller. "Die elf Protagonisten der Ausstellung bieten einen kunstgeschichtlichen Querschnitt durch die Moderne Kunst des 20. Jahrhunderts." "Maeght: Das Abenteuer der Moderne" ist die bislang größte Präsentation der Familie Maeght in Deutschland. Realisiert wurde sie in Kooperation mit der Fondation Maeght, Saint-Paul, und der Familie Maeght. Schirmherr der Präsentation ist der französische Präsident Nicolas Sarkozy.
Die Eheleute Marguerite und Aimé Maeght zählen zu den bedeutendsten Kunstsammlern Frankreichs. Im Paris der Nachkriegszeit eröffneten sie eine Kunstgalerie, die schnell zum Dreh- und Angelpunkt der künstlerischen Avantgarde wurde und weltweit zu einer bekannten Adresse für Moderne Kunst. In Gedenken an ihren früh verstorbenen Sohn Bernard gründeten die Maeghts 1964 in Saint-Paul de Vence die erste französische Stiftung für Moderne Kunst. "Aimé Maeght war seiner Zeit mit traumwandlerischer Sicherheit voraus", erklärt Museumsleiter Professor Markus Müller. "Als Kunstsammler hat Maeght wie kein anderer den Sehnerv des 20. Jahrhunderts getroffen."