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Er schreibt Bücher und denkt auch in manchem Gedicht humorvoll über die Musik nach. Er gibt nur ganz selten Interviews, in denen noch weniger über sein Privatleben zu erfahren ist. Aber eins ist offensichtlich: Alfred Brendel, der große, schon zu seinen Lebzeiten legendär gewordene Pianist, hat viel Spaß, wenn er mit seinem Sohn, dem 27jährigen Cellisten Adrian Brendel zusammen musiziert.
Während Brendel die Konzerte seiner Tochter, die Pop-Sängerin geworden ist, wegen zu hoher Lautstärke meidet, verbindet sich mit seinem Sohn ein fruchtbares Miteinander, dass der 72jährige einmal augenzwinkernd kommentierte: „Adrian ist ein sehr begnadeter Musiker und Cellist, mit dem ich hie und da mit großem Vergnügen arbeite“. Ein gemeinsames Konzert der beiden und ein Solo-Klavierkonzert am Abend markieren im Konzerthaus Dortmund einen besonderen Höhepunkte beim Klavierfestival Ruhr.Vater und Sohn präsentieren am 14. August ein Beethoven-Programm mit höchsten technischen und interpretatorischen Anforderungen. Die Werkbezeichnung von Beethovens Cellosonaten op. 5 und op.102 legen schon die Rollenverteilung offen: Ausdrücklich stehen sie für „Klavier und Violoncello“ und eben nicht, wie sonst üblich für Soloinstrument plus begleitendes Klavier.
Als Pianist gehört Alfred Brendel zu den ganz wenigen Künstler-Persönlichkeiten, die schon zu ihren Lebzeiten einen „historischen“ Rang beanspruchen dürfen. Für die meisten Musikliebhaber ist er zu einer Art Markenzeichen geworden, wenn es um legendäre Einspielungen des klassisch-romantischen Repertoires geht. Dabei führte Alfred Brendels Weg als pianistischer Erneuerer – maßgeblich über die Musik von Franz Liszt – weit in die musikalische Moderne hinein. So brachte er nicht zuletzt die Klaviermusik Arnold Schönbergs in die Konzertsäle. Sein Credo: Die klassischen Meisterwerke sind eine unantastbare Grundlage. Ein Interpret der neueren Musik kann nur überzeugen, wenn er sich bereits in der Klassik bewährt hat. Nie ließ Brendel sein Repertoire ausufern, stattdessen erfuhren viele von ihm gespielte Kompositionen immer wieder neue Sichtweisen in der Interpretation. Auf dem Klavierabend am 12. August spielt er Beethovens Bagatellen op. 51, Mozarts Sonate KV 331, Schuberts Sonate Nr. 15 C-Dur D 840 und schließlich Beethovens Sonate Op. 22 zu hören.
Ticket-Hotline:
01805 / 448 044 (Konzerthaus Dortmund)
0180 / 53 53 700 (Klavierfestival Ruhr)
Internet:
http://www.konzerthaus-dortmund.de
http://www.klavierfestival.de