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Dramatiker Rinke schreibt Theaterstück über Arbeitslosigkeit

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Der Dramatiker Moritz Rinke («Republik Vineta», «Die Nibelungen») hat als Vorarbeit für sein neues Theaterstück «Cafe Umberto» wochenlang auf verschiedenen Arbeitsämtern zugebracht.

Berlin (ddp-bln). Er habe die Arbeitsagenturen in den Berliner Bezirken Mitte, Wedding, Tiergarten und Charlottenburg kennen gelernt, sagte Rinke der Zeitschrift «Theater heute». «Irgendwann bin ich bei einer Agentur geblieben, weil ich eine bestimmte Regelmäßigkeit wollte», sagte er. Nach 14 Tagen habe er sich in den akademischen Bereichen der Ämter umringt gefühlt von interessanten Gesprächspartnern wie Soziologen, Quanten-Physikern, Germanisten, Designern und Musikern. «Cafe Umberto» wird im September in Düsseldorf uraufgeführt.

«Einige der Theaterleute auf den Arbeitsämtern kannte ich sogar vom Sehen aus irgendwelchen Kantinen», sagte Rinke. Da sei ihm sehr schnell klar geworden, dass ein Schreiben über Arbeitslosigkeit in der «gut gemeinten sozialkritischen Weise» nicht mehr funktioniert. «So eine Art Hauptmannscher \'Weber\'-Blick von unten nach oben, mit Bier trinkenden Grubenarbeitern aus Gelsenkirchen, das trifft es einfach nicht mehr», sagte Rinke. Die beruhigende Mitte, von der in den 90er Jahren immer noch die Rede gewesen sei, gebe es nicht mehr.

Der 1967 in Worpswede geborene Rinke gilt als einer der umstrittensten und erfolgreichsten zeitgenössischen Autoren in Deutschland. Er lebt als freier Autor in Berlin.