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Erwin Lehn, Gründer des Südfunktanzorchesters, 90jährig gestorben

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Baden-Baden - Der Gründer und langjährige Leiter des Südfunktanzorchesters, Erwin Lehn, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der SWR teilte am Montag in Baden-Baden mit, Lehn sei am Samstag in Stuttgart seiner langen und schweren Krankheit erlegen. Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Boudgoust, würdigte Lehn als Musiker von Weltruhm. Deutschland verliere "einen seiner ganz großen Big-Band-Leader». Der SWR würdigt Lehn mit einer Sondersendung auf SWR4 Baden-Württemberg am Freitag (26. März) von 20.15 bis 24.00 Uhr.

Lehn wurde laut SWR am 8. Juni 1919 in Grünstadt in der Pfalz geboren. Seine musikalische Laufbahn begann er 1945 als Pianist und Arrangeur beim Radio-Berlin-Tanzorchester, das er von 1947 bis 1950 leitete. Am 2. April 1951 gründete er das Südfunktanzorchester in Stuttgart und leitete es mehr als 40 Jahre lang bis November 1991.

Lehn machte in den 50er und 60er Jahren das Südfunk-Tanzorchester zu einer international bekannten Big Band. Jazz-Größen wie Benny Goodman, Quincy Jones oder Miles Davis vertrauten seinen Fähigkeiten und spielten zusammen mit dem Stuttgarter Ensemble.

Mit der Fusion von SDR und SWF zum Südwestrundfunk 1998 wurde das Südfunk-Tanzorchester in SWR Big Band umbenannt. Viele Jahre lang moderierte Erwin Lehn auch die SDR-Sendung "Treffpunkt Jazz", die er 1955 zusammen mit Wolfram Röhrig und Dieter Zimmerle ins Leben gerufen hatte. Auch als Professor an der Stuttgarter Musikhochschule und Leiter der dortigen Big Band erwarb sich Lehn große Verdienste.

Für den Rundfunk produzierte er fast 8000 Titel. Zudem schrieb Lehn die Musik für rund 50 Filme. 2001 wurde Erwin Lehn für sein Lebenswerk mit der German Jazz Trophy ausgezeichnet.

 

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