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Holding für Oberlausitzer Kulturraumtheater

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Für das geplante Kulturraumtheater in der Oberlausitz liegt jetzt der Vorschlag zur Bildung einer Holding auf dem Tisch. Der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Marko Suchy, stellte dem Konvent des Kulturraumes Oberlausitz/Niederschlesien am Montag in Niesky ein entsprechendes Modell vor.

Niesky (ddp-lsc). Unter dem Dach der Holding würden demnach drei Tochtergesellschaften vereint, die für das Musiktheater in Görlitz, das Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau sowie den Zusammenschluss von Deutsch-Sorbischen Volkstheater und dem Sorbischen National-Ensemble in Bautzen bestehen sollen. Die Finanzierung des Modells müsste in weiteren Diskussionen geklärt werden.

Nach Ansicht von Suchy könnte der Kompromissvorschlag aus der derzeitigen «Sackgasse» herausführen. Der Landkreis Löbau-Zittau lehnt eine Fusion der ostsächsischen Bühnen ab, weil er drastische Einschnitte für das Gerhart-Hauptmann-Theater fürchtet. Notfalls will der Kreis die Spielstätte allein weiterbetreiben. Auf der Sitzung in Niesky signalisierte der Zittauer Landrat Günter Vallentin (CDU) Bereitschaft, sich an der Diskussion über eine Theaterholding zu beteiligen. Suchys Modell bezeichnete er als «interessanten Vorschlag».

Der Kulturkonventsvorsitzende Bernd Lange (CDU) schlug vor, die vorgestellte Alternative in den nächsten vier Wochen mit Zahlenmaterial zu untersetzen. Bis Jahresende müsste Klarheit bestehen, wie es mit den Theater in der Region weitergeht, sagte der Landrat des Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Das Holding-Modell sollte jetzt eingehend geprüft und mit den bisher erarbeiteten Varianten zum Kulturraumtheater verglichen werden. Damit werde sich die Arbeitsgruppe Theater beschäftigen.

Angesichts der zunehmenden Sparzwänge hatte der Konvent des Kulturraumes im April beschlossen, die Theater in Görlitz, Bautzen und Zittau sowie die Neue Lausitzer Philharmonie ab 1. Januar 2003 unter einem Dach zu vereinen. Das geplante Kulturraumtheater soll ab 2004 mit Zuschüssen von insgesamt 15 Millionen Euro auskommen. Dafür müssten 54 der derzeit insgesamt 389 Stellen gestrichen werden.
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