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Jugend-Sinfonieorchester der Musikschule spielte Konzertfest zum Karneval

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Jugend-Sinfonieorchester der Städtischen Musikschule spielte Konzertfest zum Karneval - 2000 Zuschauer in der Stadthalle

Alles andere als staubtrockenes Vorspielen
Von Karsten Mentasti
Wenn die Feststellung, dass ernste Musik nicht immer ernst präsentiert werden muss, nicht schon ein alter Hut wäre - die Städtische Musikschule mit ihrem Jugend-Sinfonieorchester und Staatsorchester-Solofagottist Georg Renz hätten am Dienstagabend in der Stadthalle den Beweis angetreten. Das Konzertfest zum Karneval war eine prima Mischung aus professionell dargebotenen Klassik-Schlagern und humorvollem Musikkabarett. Ein echter Höhepunkt zum Abschluss der fünften Jahrezeit.

Cellisten als Bluesbrothers Und alles andere als staubtrocken. "Die Musikschule ist eine offene und fröhliche Einrichtung, die ein Image als ,leicht verstaubt\' längst nicht mehr verdient", begrüßte Musikschulleiter Mario Liepe 2000 Gäste in der Stadthalle. Dass so ein Karnevalskonzert kein stocksteifes Vorspielen sein muss, bewiesen auch die Musiker des Jugend-Sinfonieorchesters - alle hatten sich entsprechend des Anlasses leicht kostümiert. Geiger mit Strohhüten, Cellisten als Bluesbrothers getarnt, die Fagottistin hatte eine Rose an ihrem Instrument festgebunden.

Auch einige Zuschauer hatten sich im Foyer schminken lassen, ein älterer Herr im Hochparkett hatte sich mit einem blauen Auge wie nach einer Schlägerei dekorieren lassen. Wild ging es auch auf der Bühne zu, wo Georg Renz in seiner Rolle als Hausmeister Renz erst mal eine Sambatruppe auf die Sitzplätze verwies: "Der nächste, der eine Hand an seine Trommel legt, wird von mir mit Kamelle beworfen", outete sich der Moderator als Faschingshasser.

Renz, der auch schon beim Theaterball mit seinen kabarettistischen Einlagen geglänzt hatte, machte seine Rolle als Furie im grauen Arbeitskittel sichtlich Spaß, ebenso wie den Zuschauern. Im richtigen Leben Profimusiker am Staatstheater, führte er geschickt, humorvoll und dabei auch noch lehrreich von Musikstück zu Musikstück.

Das Programm, das immer wieder von kleinen Überraschungen unterbrochen wurde, hatte es in sich: Von Tschaikowskys Orchestersuite zum Ballett "Schwanensee" über George Bizets "Carmen" bis hin zum Strauß-Walzer "Wiener Blut" präsentierten die jungen Sinfoniker leicht verdauliche Klassik-Häppchen. Als Solisten wurden mit Mezzo-Sopranistin Ulrike Jäger und Klarinettist Philipp Grzondziel zwei frühere Musikschulschüler und jetzige Musikstudenten mit viel Beifall bedacht.

Für das Konzert hatten Musikschullehrer und Dozenten sogar selbst zu Notenpapier und Stift gegriffen. Ulrich Kallmeyers "Ouvertüre zum Braunschweiger Karneval" wurde vom Jugendsinfonieorchester erstmals öffentlich aufgeführt. Auch Dirigent Knut Hartmann wurde dabei komödiantisch einiges abverlangt. Der stellvertretende Musikschuldirektor Hanns-Wilhelm Goetzke bewies als Kammerdiener des Solisten Philipp Grzondziel schauspielerisches Talent.

Bonbons ind Publikum Mit heftigem Applaus wurden das Jugend-Sinfonieorchester bedacht, nachdem es zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker auf vier Minuten geschrumpft hatte. Der Beifall galt ebenso den Musikschulgruppen Blasorchester, Samba-Band, Jazz-Combo und Klezmer-Musik-Ensemble Yankele, die im Foyer die Gäste unterhalten hatten. Die verkleideten Kinder aus der musikalischen Früherziehung, die bei der Zugabe begannen, Bonbons in das Publikum zu werden, zielten allerdings so scharf, so dass sich manch Erwachsener schützend die Hände zur Abwehr einsetzen musste.

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