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Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen, aüßert sich zur vorzeitigen Ververöffentlichung der PISA-Ergebnisse in den Medien.
Die Kultusministerkonferenz wird und muss sich an die von der OECD festgelegte internationale Sperr- und Sendefrist der Daten aus der jüngsten internationalen Schulleistungsstudie PISA 2003 halten. Diese ist international für den 7. Dezember vorgesehen.Es sei bedauerlich, dass durch den Wettlauf um Vorveröffentlichung der PISA-Ergebnisse die Möglichkeit einer sachlichen Auseinandersetzung mit den Daten erschwert werde. So gibt es zum Beispiel zentrale Untersuchungen über Problemlösekompetenzen, deren Ergebnisse unabdingbar in eine Gesamtbewertung miteinbezogen werden müssen. Es sei schon erschreckend, wenn Daten kommentiert würden, die für eine Bewertung noch gar nicht zugänglich seien.
Es kann heute nicht darum gehen, "auf dem Markt gehandelte" Daten zu bestätigen oder zu dementieren. Wenn aber berichtete Rangplätze und ?werte für eine Verbesserung sprächen, müsste dies auch so kenntlich gemacht werden. Deutschland befinde sich danach in allen Kompetenzfeldern im Mittelfeld.
Größere Veränderungen sind in einem so komplexen System wie der Schule innerhalb eines eineinhalbjährigen Zeitraumes nicht erwartbar, vielmehr würden sie eine mangelnde Aussagekraft eines Testes wie PISA nahe legen.
Quelle: KMK Pressemeldung
Dem voraus gegangen war eine Meldung der DPA, die darauf aufmerksam machte, dass beim zweiten internationalen Bildungstest Deutschland im Vergleich mit anderen Industrienationen insgesamt schlecht abschneidet. Deutschland liege wieder in der unteren Hälfte der Leistungstabelle von insgesamt 31 Industriestaaten. Der aktuelle Bildungsvergleich belege nun, dass in keiner anderen Industrienation der Schulerfolg eines Kindes so sehr von Einkommen und Bildungsgrad der Eltern abhängt wie in Deutschland. Der Förderung von Arbeiter- und Migrantenkindern sei das deutsche Bildungssystem nicht gewachsen. Bei gleicher Begabung habe ein Kind aus einem Akademikerhaushalt dreimal bessere Chancen auf ein Abitur als ein Arbeiterkind.
Im Fach Mathematik, das im Mittelpunk der Studie stand, landeten die deutschen Schüler auf Platz 17 und konnten sich gegenüber 2001 um drei Punkte verbessern. Beim Lesen gebe es nach wie vor Probleme. Mehr als 22 Prozent der 15-Jährigen können selbst einfachste Texte nicht lesen und verstehen. Hier kamen die deutschen Schüler nur auf Platz 20.
Nach der ersten Studie im Jahr 2001 hatten die Kultusminister sich um Aktion bemüht: Ganztagsschulen wurden Programm, die Länder erhalten bis 2007 eine Finanzspritze von 4 Mrd. Euro. Außerdem führten sie bundesweite Bildungsstandards ein. Der große Leistungsunterschied zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien scheint auch Folge der frühen Auswahl für verschiedene Schulformen zu sein: Kein anderes Land "sortiert" seine Kinder so früh.