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Landeslied für den Nordosten - Vier Vorschläge stehen zur Wahl. Foto: Hufner
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Landeslied für den Nordosten - Vier Vorschläge stehen zur Wahl

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Schwerin - Das Heimatgefühl der Mecklenburger und Vorpommern soll sich auch in einem gemeinsamen Landeslied ausdrücken. Vier Vorschläge liegen nun vor. Die Abstimmung hat begonnen.

Die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns können über das künftige Landeslied mitentscheiden und aus vier Vorschlägen auswählen. Wie die Vorsitzende des Heimatverbands, Cornelia Nenz, am Dienstag in Schwerin mitteilte, waren im Wettbewerb «So klingt Mecklenburg-Vorpommern» rund 150 Einsendungen von Laien- und Profimusikern aus ganz Deutschland eingegangen. Daraus habe eine Jury eine Vorauswahl getroffen.

Bis zum 25. März könne nun über die Internet-Seite oder per Postkarte abgestimmt werden. Das Bürgervotum gehe maßgeblich in die Auswahl des Siegerliedes ein, das am 10. April 2019 im Theater in Stralsund vorgestellt werde, sagte Nenz.

«Die Resonanz auf den Wettbewerbsaufruf war beeindruckend und hat gezeigt, wie groß das Interesse ist, sich mit dem großen Thema Heimat auseinanderzusetzen», sagte Kulturministerin Birgit Hesse (SPD). Heimatverbundene Lieder zur Schönheit der Landschaft gebe es viele, meist aber auch getrennt nach Mecklenburg und Vorpommern. Mit einem neuen Landeslied solle die Einheit des Bundeslandes deutlich gemacht und der Bezug zur Gegenwart klar werden.

«Wir wollen uns nicht in Nostalgie verlieren, sondern einen modernen Heimatbegriff etablieren», machte Hesse deutlich. Ein Lied von Mitte der 1990er Jahre habe sich nicht durchgesetzt. Deshalb sei es an der Zeit für einen neuen Versuch und sie habe die Hoffnung, dass sich Mecklenburger und Vorpommern gleichsam mit dem dann ausgewählten Landeslied identifizieren.

Ähnlich äußerte sich Nenz. Das neue Heimatlied solle ein modernes, aufgeklärtes Heimatgefühl ausdrücken, die Schönheit des Landes besingen und eine weltoffene Haltung vermitteln. «Es ist wichtig, dass die Menschen das Lied annehmen und es mit Freude und Stolz singen», sagte sie.

Eines der vier Lieder in der Endauswahl ist in Plattdeutsch verfasst. Es stammt von dem Neubrandenburger Unterhaltungskünstler Gerd Brummund. Die anderen Autoren sind der Musiker Kally Darm aus Tessin bei Boizenburg, die Schriftstellerin Ditte Clemens aus Güstrow, die ihr Lied zusammen mit Gerald Uhlendorf verfasste, sowie Wolfgang Bernstein, der in Rostock aufgewachsen ist und heute als Klavierlehrer in Eisenhüttenstadt lebt.

Der Wettbewerb um ein neues Landeslied ist Teil des Landesprogramms «Meine Heimat - Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern» des Kulturministeriums. Nach Angaben des Heimatverbandes wurden für Ausschreibung, Vorauswahl und Preisgelder rund 40 000 Euro eingeplant, wobei dem Gewinner eine Prämie von 20 000 Euro winkt. Die vier ausgewählten Stücke wurden für das Landespolizeiorchester arrangiert und zum Teil auch eingespielt. Ein Beitrag war laut Heimatverband als Studioeinspielung eingereicht worden.

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