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Leipziger Gewandhaus setzt auf Beethoven und Mahler

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Die Symphonien von Ludwig van Beethoven und Gustav Mahler stehen im Mittelpunkt der Konzerte der Spielzeit 2002/2003 des Leipziger Gewandhauses. In der 222. Gewandhaussaison sind insgesamt 190 Veranstaltungen im Musiktheater geplant.

Leipzig (ddp). Gewandhauskapellmeister Herbert Blomstedt kündigte am Dienstag in Leipzig an, dass er von den 69 großen Konzerten die Hälfte selbst dirigieren wolle. Bei vier Konzerten soll der künftige Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly das Ensemble leiten. Chailly übernimmt 2005 die Leitung des Konzerthauses und der Leipziger Oper.

Geplant sind nach Angaben von Blomstedt außerdem Mendelssohn-Festtage vom 30. Oktober bis zum 4. November 2002 sowie eine dritte Auflage des Klassik- und Pop-Festivals "Strings of Fire" vom 28. Februar bis 1. März 2003. Die Geschäftsleitung des Musiktheaters rechnet mit einem Zuschauerzuwachs und mit Mehreinnahmen. Nach Angaben von Verwaltungsdirektor Volker Stiehler erwartet das Gewandhaus in der neuen Spielzeit bei 190 Veranstaltungen 177 500 Besucher. Der Etat soll sich auf 25,6 Millionen Euro belaufen. Davon soll knapp die Hälfte vom Konzerthaus erwirtschaftet werden.

In der laufenden Spielzeit 2001/2002 rechnet Stiehler bei 192 Veranstaltungen mit knapp 168 000 Besuchern. Die Eigeneinnahmen sollen bei einem geplanten Etat von 24,8 Millionen Euro fast 49 Prozent betragen.


Leipziger Kaufleute finanzierten 1743 die Gründung eines Konzertvereins mit 16 Musikern. Das erste Konzert gaben die unter dem Namen "Das große Concert" auftretenden Musiker im März 1744 im Gasthaus "Drey Schwanen" in der Messestadt. Nach dem Umzug des Vereins in das Messehaus der Tuchwarenhändler im Jahre 1781 erhielt das Ensemble den Namen "Gewandhausorchester". Den europäischen Ruhm begründete Felix Mendelssohn Bartholdy, der 1835 als Gewandhauskapellmeister gewonnen wurde. 1884 wurde mit Privatspenden und Darlehen in der Messestadt ein neues Konzerthaus gebaut. Es wurde im Februar 1944 bei einem Luftangriff zerstört und wurde 1968 endgültig gesprengt.

Das Orchester spielte nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Eröffnung des neuen Gewandhauses im Jahre 1981 in einer provisorischen Spielstätte in der Kongresshalle am Zoopark. Der damalige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur hatte sich für den Neubau des Konzerthauses mitten in der Leipziger Innenstadt eingesetzt. Seit 1998 ist Herbert Blomstedt der Leiter des berühmten Klangkörpers.
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