Mit der Uraufführung von Beat Furrers Wüstenbuch in Basel und Veranstaltungen zum 80. Geburtstag von Dieter Schnebel kündigt sich vom 19. bis 28. März 2010 MaerzMusik, das internationale Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele, an. Das Festivalprogramm steht dieses Jahr unter dem dialektischen Motto UTOPIE [VERLOREN]. Die ersten Veranstaltungen des Festivals sind bereits in der kommenden Woche zu erleben.
Am 15. März 2010 wird das Musiktheaterstück Wüstenbuch von Beat Furrer in Basel uraufgeführt. Die szenische Einrichtung hat der Regisseur Christoph Marthaler übernommen, der bereits die Musiktheaterwerke Fama (2005) und invocation (2003) von Beat Furrer szenisch umsetzte. Die Deutsche Erstaufführung von Wüstenbuch findet im Rahmen von MaerzMusik 2010 am 27. März in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin statt. Weitere Aufführungen sind die öffentliche Generalprobe am 26. März sowie zwei Vorstellungen am Sonntag den 28. März.
Beat Furrer gestaltet in Wüstenbuch eine musikalische Montage aus Texten von Händl Klaus, Antonio Machado und Lukrez, des altägyptischen Papyrus Berlin 3024, in dem ein Unbekannter seine Sehnsucht nach dem Tod niederschrieb, sowie aus Teilen des Fragment gebliebenen Romans Wüstenbuch von Ingeborg Bachmann.
Ebenfalls Texte von Ingeborg Bachmann – nachgelassene Gedichte aus der Sammlung „Ich weiß keine bessere Welt“ – sind die Grundlage der Komposition Mild und leise – ultima speranza von Dieter Schnebel. Zu Ehren seines 80. Geburtstages am 14. März bringen die Altistin Susanne Otto und das erweiterte Trio Accanto im Rahmen von MaerzMusik 2010 (am 22. März im Joseph-Joachim-Konzertsaal der UdK an der Bundesallee) diese jüngste Vertonung von Bachmann-Gedichten zur Uraufführung. Kurz vor Beginn des Festivals ist Dieter Schnebel zu Gast im Kulturhaus Dussmann (am 16. März um 19.00 Uhr), um mit dem Musikwissenschaftler Volker Straebel und dem künstlerischen Leiter von MaerzMusik Matthias Osterwold über diese Uraufführung und Utopie in der Musik zu reden.