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Der Holocaust und die zweite Generation: «Pnima» feiert Premiere am Stuttgarter Opernhaus

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Die Neuinszenierung der Opernkomposition «Pnima» der israelischen Komponistin Chaya Czernowin feiert heute (9. Juli) am Stuttgarter Opernhaus Premiere. Das Stück beschreibt die Auseinandersetzung mit dem Trauma des Holocaust als Erfahrung der «zweiten Generation». «Pnima» ist hebräisch und bedeutet «ins Innere». Die Kammeroper wurde 2000 bei der Münchner Biennale uraufgeführt.

Sie führt ins Innere der Klänge – auch der Zuschauer sitzt umgeben von Klang und Geräusch –, ins Innere psychischer Zustände und Gefühle, ins Innere von Identität und Wesen. Inhaltlicher Bezugspunkt ist der erste Teil von David Grossmans Roman "Stichwort: Liebe", die Geschichte eines Jungen im Israel der 1960er, der aufwächst mit dem unausgesprochenen Schrecken der Shoa, dem Trauma der ihn umgebenden Erwachsenen. Dass auch er, als Kind der „zweiten Generation", diesem Trauma nicht entgehen kann, wird deutlich in der Auseinandersetzung mit seinem Großvater, dessen Grauen bald Teil seiner selbst wird. Ohne Text nimmt Chaya Czernowin diese Geschichte in ihrer Oper auf und schreibt eine Musik, deren theatrale Kraft bitteren Schmerz und intensives Leben zugleich erzählt.

Es ist das erste Werk, das die koreanische Regisseurin Yona Kim an der Staatsoper präsentiert. Die Inszenierung geht aus von der Situation einer Familie, in der scheinbare Normalität nur die Oberfläche bildet. Die musikalische Leitung hat Johannes Kalitzke, der in den vergangenen Jahren als Interpret zeitgenössischer Musik für Aufsehen sorgte.


Premiere 09.07.2010 | Opernhaus Stuttgart
Termine 11.07. | 15.07. | 20.07. | 22.07.
 
Musikalische Leitung: Johannes Kalitzke
Regie: Yona Kim
Bühne: Herbert Murauer
Kostüme Katharina Weissenborn
Licht: Reinhard Traub
Klangregie: Dieter Fenchel
Dramaturgie: Angela Beuerle, Albrecht Puhlmann

 

 

 

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