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Protest gegen den Krieg - Kurzfilmtage lösen Streit mit 3sat aus

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Mainz/Oberhausen (ddp-nrw). Eine Protestaktion der internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gegen den Irak-Krieg hat einen handfesten Streit mit dem Fernsehsender 3sat entfacht.

Der Sender kündigte am Dienstag in Mainz an, sich aus dem Festival zurückzuziehen, falls die Organisatoren nicht das Hausverbot für offizielle Vertreter der den Krieg im Irak befürwortenden Regierungen zurückziehen. Das Festival hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, Vertreter der Regierungen Spaniens, Italiens, Großbritanniens und der USA nicht auf dem Festival Anfang Mai zu dulden. 3sat ist seit 1999 Medienpartner der Kurzfilmtage Oberhausen und vergibt einen Förderpreis. «Gerade in schweren Zeiten hat die Kultur eine bedeutende Brückenfunktion. Sie darf sich nicht am Stacheldrahtziehen zwischen Völkern beteiligen», sagte 3sat-Chef Gottfried Langenstein zur Begründung. Im Gegenteil müsse sie alles daran setzen, die Konfrontation durch eine «Allianz des Geistes» aufzuheben. Sollten die Organisatoren der Oberhausener Kurzfilmtage bei ihrem Hausverbot bleiben, werde sich 3sat aus dem Festival zurückziehen, kündigte er an. Festivalleiter Lars Henrik Gass kündigte auf ddp-Anfrage ein «klärendes Gespräch» mit 3sat-Chef Langenstein an. Er wies zugleich den Eindruck zurück, dass Festival habe ein Hausverbot ausgesprochen. Dies sei ein Missverständnis, betonte Gass. Die Kurzfilmtage hätten sich lediglich dafür entschieden, nicht wie in den vergangenen Jahren die Botschaften der Länder Spaniens, Italiens, Großbritanniens und der USA einzuladen. Botschafter werden den Angaben zufolge regelmäßig zur Präsentation von Filmen aus ihren Ländern eingeladen oder nehmen Preise für nicht anwesende Regisseure entgegen.
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