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Stefano Giannotti erhält Karl-Sczuka-Preis 2002 - Förderpreis an Andreas Bick - Preisverleihung am 19. Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen
Baden-Baden. Den vom Südwestrundfunk gestifteten und mit 12.500,Euro dotierten Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst erhält der 1963geborene italienische Komponist Stefano Giannotti für seine Autorenproduktion"Il tempo cambia", 32 Hörminiaturen nach dem chinesischen Buch der Wandlungen, dem "I Ging". Den Karl-Sczuka-Förderpreis in Höhe von 5.000,- Euro erhält der1964 in Marl geborene Klangkünstler und Filmkomponist Andreas Bick für seine Produktion "Windscapes", die für Deutschlandradio Berlin entstand und am 7.Dezember 2001 urgesendet wurde. Die Preisverleihung findet statt am 19. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage. Die Laudatio auf Stefano Giannotti wird Jurymitglied Christina Weiss halten. Die unabhängige Jury unter Vorsitz des Literaturwissenschaftlers Klaus Ramm gab für ihre Entscheidung folgende Begründung: " ?Il tempo cambia\' (Time Changes) geht aus von den Bedeutungsfeldern der ersten Zeichen des ?I Ging\'. In einer Folge von 32 kurzen Hörszenen verwandelt Stefano Giannotti sie in eine leichtfüßig vonKlangaktionzu Klangaktion hüpfende Annäherung an das undurchsichtige und widersprüchliche Geheimnis der Zeit. Das Vexierspiel der radiophonen spots ist ? bei allem hintergründigen Traditionsbezug ? unmittelbar eingängig. Mit surrealem Witz und lebhafter Ironie weitet Giannotti elementare Alltagserfahrungen ins Allgemeine und Archetypische." Neben Klaus Ramm gehörten der Jury an: die Literaturkritiker Heinrich Vormweg und Christina Weiss, sowie als Musikexperten die Kritikerin Monika Lichtenfeld und der
Musiktheater-Regisseur und frühere Freiburger Musikhochschulrektor Johann-Georg Schaarschmidt. Der 1955 vom Südwestfunk Baden-Baden gestiftete Karl-Sczuka- Preis ist benannt nach dem SWF-Hauskomponisten der ersten Nachkriegsjahre. Seit 1967 wir er jährlichvergeben, seit 1972 findet die Verleihung im Rahmen der Donaueschinger Musiktagestatt. Laut Satzung prämiert der Karl-Sczuka-Preis die " beste Produktion eines Hörwerks, das in akustischen Spielformen musikalische Materialien und Strukturenbenutzt". In diesem Jahr erreichten die Jury 72 Einreichungen von 94 Bewerbernaus 20 Ländern mit spürbar gewachsenem Anteil der jüngeren Generation. Die Gesamtzahl der Einreichungen kam damit auf den zweithöchsten Stand seit Stiftung des Preises.
Eine Rekordmarke erreichte die Zahl freien Autorenproduktionen mit32 Einreichungen. Das Preiswerk und Ausschnitte der Verleihung werden am 24.Oktober um 21.00 Uhr im SWR2 RadioArt Hörspiel-Studio gesendet. Weitere Beiträge aus dem Wettbewerb präsentiert Klaus Ramm am 31. Oktober ab 21.00 Uhr in SWR2.Am 17. Oktober ebenfalls um 21.00 Uhr sendet SWR2 ein Porträt der letztjährigen Preisträgerin Friederike Mayröcker von Ursula Ruppel.
Weitere Informationen imInternet unter www.swr2.de/sczuka
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an GeorgBrandl, Tel.:
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