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Verbesserungsbedürftig aber abwechslungsreich

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Zum Artikel „Schritt für Schritt zum Originalklang“, nmz 6/00, S. 21
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Ich habe einige der CDs für Querflöte im letzten Jahr gekauft und nutze sie seitdem im Unterricht. Die Idee der Firma Dowani ist an sich sehr gut, aber es gibt doch einige Punkte, die meiner Meinung nach noch einer Verbesserung bedürfen.

Ich habe einige der CDs für Querflöte im letzten Jahr gekauft und nutze sie seitdem im Unterricht. Die Idee der Firma Dowani ist an sich sehr gut, aber es gibt doch einige Punkte, die meiner Meinung nach noch einer Verbesserung bedürfen. 1. Die Orchesterversionen der schnellen Sätze sind viel zu schnell für „normale“ Schüler. Diese Sätze können allenfalls von Gewinnern des “Jugend musiziert“-Wettbewerbs gespielt werden, das heißt für alle anderen bleibt die Klavier-Version übrig. Außerdem wird das Tempo nicht immer gehalten (zum Beispiel wird das Orchester im zweiten Teil der Badinerie noch schneller als sie sowieso schon ist, womit die Spielbarkeit noch mehr eingeschränkt wird).

2. Die Orchester-Versionen der langsamen Sätze sind zum Teil in der Dynamik zu krass, was bedeutet, dass man das Ganze sehr laut stellen muss, um die leisen Stellen überhaupt zu hören (nicht gut für die Nachbarn!). Ich denke, diese leisen Stellen müssten entweder akzentuierter gespielt werden oder mit einem ganz leisen Taktell unterlegt werden.

3. Bei den Konzerten gibt es ja immer Kadenzen. An diesen Stellen setzt das Orchester eine Weile aus, aber man weiß nie, wann genau es weitergeht. Eine bessere Lösung wäre, nur den Abschlusstriller spielen zu lassen, alles ohne Fermate. Der Lehrer kann dem Schüler ja dann trotzdem zeigen, wie und wo die Kadenz gespielt werden kann (ohne CD). Diese Sache finde ich am schlechtesten gelöst.

4. Die Tempi sind nicht immer gut ausgewählt (zum Beispiel Album V: Das Siciliano aus der Händel-Sonate ist viel zu schnell).

Frau Maier schreibt, dass in den Noten keinerlei Vortragsbezeichnungen stehen. Das stimmt so nicht. Es gibt viele Artikulationszeichen, vor allem endlos Bindebögen, die besser nicht da wären; denn das weiß jeder, dass diese sehr vom Geschmack der Interpretation abhängen.

Außerdem benutzt Herr Domjanic zum Teil veraltetes Notenmaterial (zum Beispiel J.S. Bachs g-Moll Sonate). Vielleicht hat das aber urheberrechtliche Gründe?

Mit dieser Darstellung möchte ich nicht gegen die Idee „Dowani“ sprechen. Die Schüler lernen, mit einem Mitspieler zu spielen, der nicht nachgibt; sie müssen dafür wirklich gut üben, und sie lernen, sehr aufmerksam zuzuhören. Außerdem können sie eben immer mit Begleitung spielen, falls sie die CD kaufen.

Insgesamt ist dieses Unterrichtsmaterial eine abwechslungsreiche Ergänzung für den Unterricht, aber wie gesagt, noch verbesserungsbedürftig.

 

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