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Von der Seele geschrieben

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Zum Artikel: Musiktherapie Boom oder Buh, nmz 5/00, Cluster
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Würde der Artikel aus der Feder eines Musiktherapeuten stammen, könnte man von einem Nestbeschmutzer sprechen, so aber fragt man sich, welche Absicht eigentlich dahinter stecken mag, derartig unsachlich gegen eine Berufsgruppe zu Felde zu ziehen. Da werden Zitate des Musikpsychologen und Musikwissenschaftlers Klaus-Ernst Behne in zusammenhangsloser Reihenfolge so präsentiert, dass ein schon fast diffamierendes Bild der praktizierenden Musiktherapeuten entsteht. Die Argumentesammlung, die K.-E. Behne gegen ein seliges Vertrauen auf diese „Wissenschaft“ (gemeint ist die Musiktherapie) in den Mund gelegt wird, könnte jederzeit und unverändert allen anderen psychologisch und psychotherapeutisch ausgerichteten Disziplinen vorgehalten werden.

Würde der Artikel aus der Feder eines Musiktherapeuten stammen, könnte man von einem Nestbeschmutzer sprechen, so aber fragt man sich, welche Absicht eigentlich dahinter stecken mag, derartig unsachlich gegen eine Berufsgruppe zu Felde zu ziehen. Da werden Zitate des Musikpsychologen und Musikwissenschaftlers Klaus-Ernst Behne in zusammenhangsloser Reihenfolge so präsentiert, dass ein schon fast diffamierendes Bild der praktizierenden Musiktherapeuten entsteht. Die Argumentesammlung, die K.-E. Behne gegen ein seliges Vertrauen auf diese „Wissenschaft“ (gemeint ist die Musiktherapie) in den Mund gelegt wird, könnte jederzeit und unverändert allen anderen psychologisch und psychotherapeutisch ausgerichteten Disziplinen vorgehalten werden. Fast schon populistisch wird dann noch schnell der „bekannte Neurologe Oliver Sacks“ frisch, fromm, fröhlich, frei zitiert. Die Erkenntnisse des Amerikaners über seine Einschätzung der Macht der Musik klingen aber leider so antiquiert wie aus dem Lehrbuch der Psychiatrie des 19 Jahrhunderts.

Die Schlussfolgerung von Herrn Hufner, dass nach dem Gesagten deutlich geworden sein dürfte, besser in eine Anti-Musiktherapie zu investieren, sollte wohl der Höhepunkt sein? Sollte der Verfasser mit seinem Wunsch nach einer „Anti-Therapie mit Musik“ eine Form der musikaktiven Behandlung meinen, die sich um ein gutes Stück von den psychologisierenden und problemzentrierten Methoden der Verbalaufbereitung befreit und mehr auf die sinnliche Kreativität und die Bedürfnisse der Menschen, die im Zentrum einer musiktherapeutischen Behandlung stehen, eingeht, dann würde ich mit ihm in einem Punkt sogar übereinstimmen.

 

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