Drei Neuerscheinungen zu drei Komponisten einer Generation (geb. zwischen 1901 und 1905), die zu den hoffnungsvollen Talenten in der Aufbruchsphase zwischen den Weltkriegen gehörten und ihrer künstlerischen Berufung auch in den Jahren der Nazi-Diktatur auf integre Weise in Deutschland folgten: Hartmann – Pepping – Raphael.
Inga M. Groote/Hartmut Schick: Karl Amadeus Hartmann. Komponist zwischen den Fronten und zwischen den Zeiten. (Münchner Veröffentlichungen zur Musikgeschichte, Bd. 68), Schneider, Tutzing 2010, 276 S., Abb., Notenbsp., € 48,00, ISBN 978-3-86296-009-5
Hauptsächlich werkbezogenen Fragestellungen widmet sich der Münchner Symposiumsband zu dem sicherlich renommiertesten der drei Komponisten, der seinen Widerstand gegen den Totalitarismus kompositorisch artikulierte und mit der „Musica Viva“ außerordentliche Vermittlungs- und Aufbauarbeit leistete.
Anselm Eber: Ernst Pepping – Biographie eines Komponisten in Berlin, Dohr, Köln 2010, 589 S., Abb., € 49,80, ISBN 978-3-936655-36-0
Weniger beachtet scheint heute Pepping, dessen Lebensweg hier sehr materialreich ausgebreitet wird, wohl nicht zuletzt, weil er seinen Weg zunächst in den Bereichen der soziologisch begründeten Gebrauchsmusik und später in einer traditionsbewussten Kirchenmusik fand – zweifellos wichtig als exemplarische Biographie der Zeit.
Matthias Herrmann (Hrsg.): Erkundungen zu Günter Raphael – Mensch und Komponist, Kamprad, Altenburg 2010, 184 S., Abb., € 23,90, ISBN 978-3-930550-70-8
Schließlich eine längst überfällige Erinnerung an einen fast gänzlich Vergessenen, der sich, Pepping ähnlich, überwiegend der bekenntnishaften, der geistlichen Musik widmete – dies freilich nicht allzu avanciert. Talentiert, einst von Furtwängler gefördert, nach 1933 angefeindet, bedroht und chancenlos.