Eigentlich gibt es doch schon genügend Callas-Biografien. Wodurch unterscheidet sich also diese von Stelios Galatopoulos, der seinerseits bereits zwei Biografien über die „Göttliche“ veröffentlicht hat?
Stelios Galatopoulos: Maria Callas. Die Biographie, 576 Seiten, mit mehreren Bildteilen und 350 zum Teil unveröffentlichten Abbildungen. Aus dem Englischen von Manfred Ohl und Hans Sartorius, S. Fischer Verlag. Eigentlich gibt es doch schon genügend Callas-Biografien. Wodurch unterscheidet sich also diese von Stelios Galatopoulos, der seinerseits bereits zwei Biografien über die „Göttliche“ veröffentlicht hat? Der griechische Musik-Journalist, Opernkritiker und Landsmann der Sängerin kannte Maria Callas mehr als 30 Jahre lang – das pummelige 23-jährige Mädchen ebenso wie die alternde Diva. Er verfolgte ihre Karriere aus nächster Nähe, erlebte sie bei über 120 Auftritten live auf der Bühne. Gerade in ihren letzten Lebensjahren gab sie dem Autor lange Interviews mit vielen persönlichen Details. So ist es der einzigartigen Vertrauensstellung des Autors zu verdanken, dass hier erstmals die eigene Sicht der Dinge von Maria Callas deutlich wird. Keineswegs unkritisch lässt er „ihr Leben auf der Rasierklinge“ noch einmal Revue passieren – die schwierigen Beziehungen zu ihrer Mutter, zu ihrem ersten Ehemann Battista Meneghini, zur „großen Liebe ihres Lebens“ Aristoteles Onassis, der sie gegen Jackie Kennedy austauschte, oder ihre Arbeit mit dem Regisseur Luchino Visconti. Gespräche mit der Callas wie mit zahlreichen ihrer langjährigen Weggefährten liefern tiefe Einblicke in das Leben und die Persönlichkeit der Sängerin. Dabei will der Autor einige Legenden, die sich um „La Divina“ ranken, gerade rücken. Wie ambivalent ihr Leben war, verdeutlicht der englische Originaltitel des Buches „Maria Callas. Sacred Monster“.Einen besonderen Reiz des opulent ausgestatteten Werkes stellt die konkurrenzlose Fotoauswahl dar – mit 350 Abbildungen, von denen viele noch nie publiziert wurden, darunter bisher unveröffentlichte Privatfotos aus der Sammlung des Autors. Im Anhang finden sich eine fachmännisch kommentierte Diskografie, die Aufführungen der Callas und Literaturhinweise. Zudem ist bei EMI Electrola eine eigens für dieses Buch konzipierte Doppel-CD mit Callas-Highlights erschienen.