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Weintraubs Syncopators zurück

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Ein Weintraubs-Triptychon
Vorspann / Teaser

Als Albrecht Dümling 2011 im Böhlau-Verlag sein Buch über „Die verschwundenen Musiker“ (im australischen Exil) veröffentlichte, konnte keiner ahnen, dass ein Kapitel daraus, über die „Weintraubs Syncopators“, ein Eigenleben entwickeln sollte. Ein rundes Jahrzehnt später schickte Dümling im ConBrio-Verlag die erste große Monografie über die einstige „beste Jazzband von Berlin“ nach: „Mein Gorilla hat ’ne Villa im Zoo“. Und in diesem Jahr hat Ingeborg Zechner endlich auch eine mustergültige Franz-Wachsmann-Monografie vorgelegt. So entstand gewissermaßen ein Weintraubs-Triptychon. 

 

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Vor genau 100 Jahren hat Stefan Weintraub die legendäre Band im Berlin der Roaring Twenties gegründet. Zu den zeitweiligen Mitgliedern zählten Friedrich Hollaender und Franz Wachsmann, die gemeinsam beteiligt waren an der musikalischen Gestaltung von Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“. Hollaen­der lieferte die Songs und Wachsmann orchestrierte den Tingeltangelsound im „Blauen Engel“. Über die Zwischenstation Paris sind Hollaender und Wachsmann 1933 im Hollywood-Exil gelandet. Stefan Weintraub & Co. versuchten in Australien Fuß zu fassen. Es gibt ein berühmtes Gemälde von Max Oppenheimer, das die „Weintraubs Syncopators“ in Aktion zeigt. Eine „Ikone“ der „Goldenen Zwanziger“, die man bisher von Abbildungen in Bildbänden kannte. Das Originalgemälde war nach 1933 „verschwunden“ gewesen. Der jüdische Psychoanalytiker Hugo Staub hatte es bei seiner Flucht zurücklassen müssen. 1962 ist das Gemälde im Berliner Kunsthandel wieder aufgetaucht. Es wanderte nach Kanada. Dort „überwinterte“ es bis jetzt in Privatbesitz. Mit dem Einverständnis der Erben von Hugo Staub erwarb nun das Jüdische Museum Berlin das Gemälde von den Eigentümern. Es wird zu sehen sein in der Dauerausstellung im Berliner Libeskind-Anbau. Eine Ikone aus den Roaring Twenties, die die „Zeitläufte“ unbeschadet überstanden hat, kehrt zurück in das Land, aus dem sie einst „verschwunden“ ist.

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