Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg: Klangexplosionen *** Robert Schumann: Complete Works for Piano and Orchestra
Bläserphilharmonie Mozarteum Salzburg: Klangexplosionen, Symphony for Winds, American Dreams, Winds and Brass, Von der Donau zur Wolga, Musik der Freiheitsliebe (diverse Komponisten, 6 CDs); UNIMOZ 33-38 (www.philharmonics.at)
Diese CD-Box enthält alles, was man braucht, um einerseits seine Vorurteile gegenüber der Besetzung Symphonisches Blasorchester zu bekräftigen, um sich andererseits aber auch eines Besseren belehren zu lassen. Denn auf solch hohem Niveau gespielt, lässt man sich schon die eine oder andere Kuriosität gefallen: die Bearbeitung des Strauss’schen Till Eulenspiegel etwa oder einiger Polkas und Walzer der Brüder Johann und Josef Strauß. Gerade bei „Brennende Liebe“ oder „Abschied aus St. Petersburg“ hat Arrangeur Albert Schwarzmann Großartiges geleistet. Daneben gibt es in Originalkompositionen aber auch manch leinwandfüllende Überwältigungsstrategie zu erdulden (Martin Ellerby, Philip Sparke), wogegen dann nur Paul Crestons kurzweiliges Marimba-Concertino (mit Peter Sadlo) oder Leonard Bernsteins „On the Town“-Episoden helfen. Alles in allem: instruktiv und unterhaltsam.
Robert Schumann: Complete Works for Piano and Orchestra; Lev Vinocour, Klavier, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Johannes Wildner; RCA Red Seal (Sony), 88697 65877 2 (3 CDs)
Jenseits des a-Moll-Konzerts und der beiden Konzertstücke op. 92 und 134 hat Lev Vinocour auf drei CDs wirklich alles zusammengetragen, was man in dieser Besetzung halbwegs mit Robert Schumann in Verbindung bringen kann. Neben begrüßenswerten Raritäten – die Introduktion zu den zeitweise konzertant geplanten ABEGG-Variationen, das frühe F-Dur-Konzert und die freilich kaum konkurrenzfähige Fassung des Hörner-Konzertstücks op. 86 – kommt da auch Fragwürdiges zustande: Schumanns Version des Henselt-Konzerts, über deren Eigenarten nichts gesagt wird, und – ein Ärgernis – die „Phantasie a-Moll“. Auch Vinocour ist leider entgangen, dass sich die ursprüngliche Fassung des ersten Satzes aus op. 54 eben nicht aus dem Autograph rekonstruieren lässt. Die Interpretationen sind solide, heben die Box aber nicht über den Sammlerwert hinaus.