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Weltmusik: Buika: „El último trago“

Untertitel
Der letzte Drink
Publikationsdatum
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Buika: „El último trago“. Warner Music International

Aufgehorcht! Concha Buika ist eine ganz besondere Sängerin. Die 37-jährige Afro-Spanierin hat eine rauchige, kratzige, gar nicht mal schön zu nennende Stimme – doch wie sie damit lacht und weint, tanzt und träumt, das berührt ganz unmittelbar. Es ist daher keine Überheblichkeit, wenn Buika sich nun an eine Hommage für Chavela Vargas macht, die inzwischen 91-jährige große Meisterin der mexikanischen Folklore. Denn Buika singt, ebenso wie ihr Vorbild, mit dem Herzen. Auf dem Album geht es um gro­ßen Liebeskummer, tödliche Melancholie und extreme Leidenschaften. Dass die Grenze zum Kitsch nie überschritten wird, liegt nicht nur an der Wahrhaftigkeit, mit der die Sängerin ihr Innenleben nach außen kehrt. Dazu tragen auch die knappen, eleganten Arrangements des kubanischen Pianisten Chucho Valdés bei, der die Besetzung auf Kontrabass, Schlagzeug, Perkussion, Flamenco-Gitarre und Trompete beschränkt. Valdés selbst swingt am Klavier zart im Hintergrund und lässt der Sängerin den Vortritt.

Buika und Chucho Valdés übersetzen einige Lieder aus dem Repertoire der Vargas in eine runde Melange aus Flamenco, lateinamerikanischer Musik und Jazz. Lieder um „El último trago“, den „letzten Drink“, sind in Mexiko ein ganz eigenes Genre, wobei der letzte Tequila immer auch für den  letzten Atemzug steht. Buikas Stimme verbreitet im Titelsong eine derart ansteckende Ausweglosigkeit, dass der Hörer mit ihr weinen möchte. In anderen Stücken wiederum scheint kubanische Lebenslust auf. Der spanische Regisseur Almodóvar hat zu dem Album begeisterte Liner Notes beigesteuert.

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