Aus den Anfangstagen der neuen musikzeitung immer noch dabei: Eckart Rohlfs. Er empfiehlt: Josef Limper, Martin Lücke: Management in der Musikwirtschaft. Kohlhammer, Stuttgart (2013), 258 S., € 39,90 ISBN 978-3-17-022146-8
Musikmanagement heißt, sich im Schnittfeld von Musik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Juristerei zu bewegen. Genau dafür vermittelt dieses Kompendium gut gegliedert aktuelles Basiswissen, streift historische Entwicklungen und verdeutlicht, wie immer mehr rechtliche Fragen jede Wertschöpfung verkomplizieren. Fast abschreckend wirkt es, wie komplex, wie verwoben und gegenseitig abhängig die Wirtschaftsakzepte der weitgefächerten Musikwirtschaft inzwischen geworden sind, und auch, dass sie sich angesichts technologischer Entwicklungen durch Digitalisierung und sich verändernde gesellschaftliche Verhaltensnormen auch weiterhin rasant verändern werden.
Aus dem Blickwinkel eines Musikmanagement- und eines Juristen-Lehrstuhles beschreiben die beiden Autoren diese Situationen sachlich-nüchtern und zugleich mit kritischem Abstand, allerdings mit Gewichtung der Unterhaltungsbranche, die gegenüber der E- oder der Klassik-Musik den weit größeren Marktanteil behauptet. Allein 475 weiterführende Anmerkungen und über 100 Literatur- und Online-Quellen machen deutlich, was einen, der Musikmanagement zu studieren angeht, an wirtschaftlichen und juristischen Problemfeldern erwartet. Er dürfte schnell begreifen, dass hier nur Allrounder Chancen haben, die die Gesamtzusammenhänge zwischen Urheber, Verwerter und Nutzer, zwischen Markt und Macht erkennen und dementsprechend reagieren können. Dieses Buch, fast ein Lehrbuch, kann dabei eine anregende und kompetente Hilfe sein.