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Bunte Techno-Ästhetik

Untertitel
Multimediales Spektakel mit La Fura dels Baus neu auf DVD
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José Luis Turina/La Fura dels Baus: D.Q. Don Quijote en Barcelona; Michael Kraus, Flavio Oliver, Pilar Jurado u.a.; Orquestra Simfònica del Gran Teatre del Liceu, Josep Pons; GTL 2000 (Musikwelt): Making Of; Multi Angle; Untertitel: Dt., E., Frz., Sp., Ital.; Dolby 2.0 (170‘)

José Luis Turina/La Fura dels Baus: D.Q. Don Quijote en Barcelona; Michael Kraus, Flavio Oliver, Pilar Jurado u.a.; Orquestra Simfònica del Gran Teatre del Liceu, Josep Pons; GTL 2000 (Musikwelt): Making Of; Multi Angle; Untertitel: Dt., E., Frz., Sp., Ital.; Dolby 2.0 (170‘)Die Entwicklung schien logisch. Dreimal haben sich die Subkulturrabauken von La Fura dels Baus mit Oper eingelassen. Immer waren es Werke, die mit bestehenden Gattungsnormen brachen – zuletzt etwa Berlioz‘ „Faust“ bei den Salzburger Festspielen. Und jetzt das: Im Oktober vergangenen Jahres inszenierte die spanische Truppe die Uraufführung von José L. Turinas „Don Quijote en Barcelona“. Mit allem, was progressive Opernästhetik fordert: Co-Autorschaft von Komponist, Librettist (Justo Navarro) und La Fura; elektroakustische Klänge; Internet-User wurden interaktiv beteiligt. Oper also endlich neu?

Vielleicht liegt es an Turinas Partitur, an der Beliebigkeit, mit der sie Versatzstücke der Musikgeschichte bedient. Das Video jedenfalls schlägt einen nur optisch in Bann. Selbst Josep Pons‘ umsichtige Pultarbeit und die sonore Bariton-Kultur des Titelhelden Michael Kraus ändern daran wenig. Bei Turina ist Don Quijote ohnehin nur Nebensache. Über das mythologische Faszinosum von der traurigen Gestalt erfährt man nicht allzu viel. Dafür wird ständig was fürs Auge geboten. Die bunte Techno-Ästhetik, die spektakulären Videoinstallationen sind „Fura pur“. Natürlich ist auch das DVD-Video durchgestylt bis ins kleins-te visuelle Detail. Und das rasant-flippige „Making of“ ist ohnehin eine Kategorie für sich. Wer dann auch noch eine spannende Opernhandlung erleben will, kann ja den Konkurrenz-Silberling mit Berlioz‘ „Faust“ (Art Haus) in den Player legen.

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