Es war das große TV-Event des Jahres 1979 im amerikanischen Fernsehen: das erste große Biopic über den gerade verstorbenen „King“. Und die Einschaltquoten waren sensationell und erinnerten an die erste TV-Ausstrahlung von „Vom Winde verweht“. Inszeniert hatte „Elvis – The King“ ein großer Fan, der wunderbare John Carpenter, der mit „Dark Star“, „Das Ende“ und „Halloween“ zu dieser Zeit bereits amerikanische Klassiker abgeliefert hatte.
Verkörpert wurde der Elvis von Carpenters späterem Antihelden Snake Plissken aus „Die Klapperschlange“, Kurt Russell.
Bis heute ist Russells liebevolle, kongeniale Elvis-Darstellung die beste von allen geblieben. Um so merkwürdiger, dass sich die DVD-Firma auf dem Cover hartnäckig weigert, den Namen des Stars richtig zu schreiben. Aber das passt dann auch zu der technisch grenzwertigen Präsentation der deutschen Fassung dieses Klassikers, der hierzulande um eine Stunde gekürzt wurde. Hände weg also von der Einzel-DVD.
Dafür wird man auf der 2-Disc-Edition mit der amerikanischen 163-Minuten-Fassung entschädigt – in guter Qualität – und einem Interview mit Carpenter und Russell. Es ist ein Schlüsselwerk im Schaffen Carpenters, eine labor of love, die zeigt, wie beseelt er bis heute vom Geist des „Kings“ ist. Der Film beginnt während seines legendären Las-Vegas-Comebacks und führt uns dann zurück nach Tupelo, Mississippi, in die Zeit, als alles begann. Man schaut Presley in den später legendären „Sun“-Studios in Memphis zu und erlebt, wie er mit seinem Hüftschwung zu „Elvis the Pelvis“ wurde. Die Stimme des echten „Kings“ erklingt im Film nie. Aber nicht Kurt Russell singt die Elvis-Klassiker, sondern Ronnie McDowell.
Ein amerikanisches Märchen ohne Happy End.