Walter Braunfels: Ulenspiegel +++ Mauricio Sotelo: El Público +++ Jean-Philippe Rameau: Dardanus
Walter Braunfels: Ulenspiegel
Capriccio
Bis zur Wiederentdeckung durch das Theater Gera vor fünf Jahren war der „Ulenspiegel“ die große Unbekannte in Walter Braunfels’ Opernschaffen. Da diese Produktion bis auf einen Audio-Mitschnitt bei YouTube unveröffentlicht geblieben ist, bildet die Linzer Aufführung von 2014 nun die einzige Möglichkeit, sich ein Bild von dieser interessanten, auf Charles de Costers Roman zurückgehenden Rarität zu verschaffen.
Die instrumental geschickt reduzierte Fassung wird vom Israel Chamber Orchestra unter Martin Sieghart plastisch umgesetzt, das junge Ensemble schlägt sich in den zum Teil höchst anspruchsvollen Partien tapfer. Die Bildqualität ist durchwachsen und passt sich damit dem szenischen Eindruck an.
Mauricio Sotelo: El Público.
BelAir
Federico García Lorcas surrealistisches, seiner Zeit weit vorauseilendes Stück erfährt durch Sotelos Musik eine kraftvolle, durch den zeitweiligen Rückgriff auf den „Cante jondo“ stilistisch plausible Erweiterung. Das Madrider Sängerensemble und das Klangforum Wien unter Pablo Heras-Casado setzen dies grandios um und in der Regie Robert Castros entfaltet sich ein sinnlich-verstörender Bühnenzauber, der Lorca alle Ehre macht.
Jean-Philippe Rameau: Dardanus
Harmonia Mundi
Als bilderstark historisierendes Spektakel stellte Regisseur Michel Fau Rameaus Oper im vergangenen Jahr auf die Bühne des Opernhauses Bordeaux. Dank vorzüglicher Sänger und der wunderbar mitatmenden Begleitung durch das Ensemble Pygmalion unter Raphaël Pichon entfaltet die Musik ihre ganze Qualität. Die Box enthält beide Formate, wobei der 20-minütige Blick hinter die Kulissen nur auf der Blu-ray, nicht auf der DVD verfügbar ist.