Rautavaara: The Gift of the Magi
Arthaus 100 419
Weihnachten auf Finnisch: In dieser Geschichte erweisen sich die wechselseitigen Geschenke eines Ehepaares als den ärmlichen Verhältnissen unter erheblichen Opfern abgetrotzte Liebesbeweise. Lohnender als dieses auch musikalisch ein wenig belanglose Idyll ist das beigefügte Porträt des Komponisten. Vieles bleibt Andeutung, und doch scheint man diesem rätselhaften Künstler mit seiner die Tradition eigensinnig fortspinnenden Tonsprache ein wenig näher gekommen zu sein.
Langgaard: Antikrist
DACAPO 2.110402
Weltuntergang auf Dänisch: Das Hauptwerk dieses großen Außenseiters, der mit Spätromantik nur unzureichend charakterisiert ist, in einer szenisch wie musikalisch maßstabsetzenden Produktion. Ein dunkles, theosophisch beeinflusstes Libretto bringt nicht den Antichrist selbst, aber jene allegorischen Figuren auf die Bühne, die in seinem Gefolge Herrschaft über die Welt gewinnen. Dazu glüht eine von Strauss’schen Orchesterorgien nicht unberührte, aber auf faszinierende Weise eigenständige Musik, die am Ende sogar eine Erlösung heraufzubeschwören vermag. Vorbildlich die Präsentation mit Audiokommentar durch Regisseur Staffan Valdemar Holm und Dirigent Thomas Dausgaard.
Verdi: Don Carlo
Opus Arte OA 0932 D (2 DVDs)
Requiem auf Italienisch: Lebendig begraben hat Willy Decker das Personal seiner letztjährigen Amsterdamer Don-Carlo-Version. Aus der Familiengruft gibt es kein Entrinnen, und es sind noch Plätze frei. Das Zentrum dieses unter der marmornen Oberfläche heftig brodelnden Tableaus väterlicher und kirchlicher Autorität bildet Rolando Villazóns wandlungs- und leidensfähiger Tenor. Eine Sensation schließlich Riccardo Chaillys dramatisch pulsierendes, detailgenaues Dirigat.