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Soundtrack 2016/02

Untertitel
The Hatefull Eight
Publikationsdatum
Body

Lange hat sich das schon angekündigt, die Zusammenarbeit von Quentin Tarantino und Meister Ennio Morricone. Aber der Reihe nach.

Seit seinem Debütfilm „Reservoir Dogs“ in den frühen 90ern gilt Quentin Tarantino als das Wunderkind seiner Generation. Nach „Pulp Fiction“ hielten ihn manche sogar für den ganz großen Erneuerer, aber seit seinen Anfängen hatte Tarantino mit Versatzstücken aus seiner Videosozialisation gespielt und diese geschickt aneinander montiert. Zu einer wirklich bewegenden „Geschichte“ hat sich dieses Spiel nur in „Jackie Brown“ gefügt, seiner großen Liebeserklärung an die Blaxploitation-Ikone Pam Grier.

Was Tarantino aber bis heute wirklich auszeichnet ist seine Liebe zum Kino und zur Musik. Viele Soul-Perlen der Seventies bekamen durch ihn ein zweites Leben geschenkt. Unvergesslich die Anfangssequenz von „Jackie Brown“, orchestriert von Bobby Womacks „Across 110th Street“. Und eine ganz große Liebe verbindet ihn natürlich auch mit Ennio Morricone, den er für den größten Komponisten überhaupt hält. Über den Einsatz seiner Musik in „Kill Bill“ und „Django Unchained“ war der Maestro allerdings „not amused“. Das stachelte Tarantino nur noch mehr dazu an, Morricone für sein nächstes Projekt, das Kammerspiel „The Hateful Eight“ zu gewinnen. Und der Coup gelang.

Morricone sagte zu und lieferte einen großen melancholischen Score im Stil seiner klassischen – von ihm ungeliebten! – Italo-Western. Nur seinen alten römischen Tonkörper – mit seinen prägenden Solisten – vermisst man doch schmerzlich. So bleibt aus dem Soundtrackalbum vor allem ein Roy-Orbison-Song hängen, den Tarantino wieder entdeckt hat: „There Won‘t Be Many Coming Home“. Für Morricone hat sich das Unternehmen allerdings gelohnt: Am Ende seiner Karriere wird er vermutlich endlich den ersehnten „Oscar“ bekommen. Viel zu spät natürlich.

  • The Hatefull Eight (Decca/Universal)

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