Es gibt gefühlt Zillionen von Elvis-Samplern. Immer wieder werden seine Hits zu Best-of-Kompilationen zusammengestellt. Und doch wurde in den letzten Jahren immer noch neues Material ausgegraben, herausragend eine Box mit seinen Aufnahmen in den legendären Stax-Studios in Memphis. Dieses 3-CD-Set ist nun gewissermaßen die Zugabe zu der zweiteiligen Dokumentation „Elvis Presley: The Searcher“.
Ein ziemlich origineller Mix aus Hits und Raritäten aus seiner kompletten Karriere und den Songs, die den King inspiriert haben. Highlight ist seine Interpretation des Rodgers/Hart-Klassikers „Blue Moon“. Als Geisterstimme heult er hier den Mond an und transzendiert damit den Tin-Pan-Alley-Song. Ein magic moment der Popmusik des 20. Jahrhunderts. Und im Notfall allen anderen Versionen vorzuziehen, auch denen von Ella Fitzgerald oder Frank Sinatra, dessen „Voice“ er sehr gemocht haben soll, aber nicht sein Material. In einem TV-Duett haben sie sogar einmal die Rollen getauscht. So sang Sinatra „Love Me Tender“ und Elvis „Witchcraft“.
Und Presley machte dabei tatsächlich die bessere Figur. In den Sixties wagte sich Elvis sogar an einen Dylan-Song, den der Meister selbst bis dahin noch nicht veröffentlicht hatte: „Tomorrow Is A Long Time“. Ein verstecktes Juwel, das auf einem seiner vielen überflüssigen Soundtrackalben versteckt war und das Dylan als den „größten Moment seiner Karriere“ bezeichnet hat. Kennen gelernt hatte es Presley auf der Dylan-Platte der großen afroamerikanischen Folksängerin Odetta. Ihre Version ist auf der dritten CD mit den „Vorbildern“ zu hören. Es gibt darauf auch die Originalversionen von „Mystery Train“, oder „Blue Moon Of Kentucky“. Und viele weitere Country-, Rhythm’n’Blues-, DooWop- oder Gospelsongs. Selbst die Stimme seiner Mutter Gladys erklingt in „Home Sweet Home“.
- Elvis Presley: The Searcher
RCA/Sony