Jörg Hilbert, Felix Janosa: Ritter Rost ist krank; 48 Seiten, mit Noten und Audio-CD, € 19,95, ISBN 978-3-89835-709-8
Seit des Drachen Koks leicht entzündlichem „Fnupfn“ in Band 4 der Jahrhundert-Saga erfreuten sich die Bewohner der Eisernen Burg eigentlich guter Gesundheit, was wahrscheinlich in direktem Zusammenhang mit der ausgeklügelten Ernährung stand (Rostsuppe, Schrotttorte, Schraubenzieherkompott …). Nun hat es den wackeren Ritter aber doch erwischt: „Pfeifendes Dosenfieber“ lautet die kompetente Selbstdiagnose, während Gattin Bö eher einen hypochondrischen Anfall vermutet. Als dem Patienten auf dem Weg ins „Rospital“ der Aufruf zu einem Schönheitswettbewerb über den Weg läuft, nimmt dieser zehnte Band seinen skurillen, diesmal allerdings auch dezent planlosen Verlauf.
Eigenartigerweise ist auch König Bleifuß’ Hofcompositeur Felix Janosa von einer hartnäckigen Krankheit befallen, der Beatlemania. Hatte er schon in den vergangenen Bänden immer auch ein wenig Stilkunde betrieben, indem die Songs das ganze Spektrum vom pseudo-mittelalterlichen Minnesang über Jazz, Soul und Pop bis zum Rap abdeckten, hat er diesmal zusätzlich eine Art Beatles-Zitatenrätsel verwoben. Das liebevoll gefledderte Material hier einzeln aufzuzählen verbietet sich, dieses Vergnügen muss sich schon jeder selbst machen.
Ob das auch für die jüngere Zielgruppe gilt, muss sich noch in Langzeitstudien erweisen, die spätestens an Ostern beginnen können, wo sicherlich der eine oder andere der wie immer herrlich illustrierten Bände aus seinem Versteck gezogen wird. Möge also der Osterhase die Offenohrigkeit nachhaltig befördern!