„Eins plus eins ist elfzig“: Schrottland ist in Sachen Bildung Entwicklungsland und das Schulpersonal ist entsprechend überfordert. Oder vielmehr überdreht? Denn der Lehrer, der Ritter Rost und seine Kollegen für die königliche Tafelrunde fit machen sollte, hat – so stellt sich bald heraus – ganz wörtlich einen Sprung in der Platte. Von wem diese Lehrkraft, ein entfernter Verwandter des legendären Bordcomputers HAL aus Kubricks „2001“, ferngesteuert wird, sei nicht verraten, wohl aber, dass eine beherzte Protestnote beim zuständigen König Bleifuß die nötigen Haushaltsgelder fürs Bildungssystem wieder locker macht.
Wie beim Autorengespann Janosa/Hilbert nicht anders zu erwarten, kommen diese kleinen Seitenhiebe auf aktuelle Zustände mit der nötigen Lässigkeit daher und sind vor allem mit wieder einmal hinreißender Musik verbunden. Vom eröffnenden Kaffeeklatsch-Flamenco, über wunderbare Big-Band- und Swing-Nummern reicht das Spektrum diesmal bis zu Techno-Beats, passende Grundierung für die mechanischen Handlungsanweisungen des verkabelten Vollblutpädagogen. Besonders gelungen wieder einmal die obligatorische Rap-Nummer, die dem sprechenden Hut Gelegenheit gibt seine Worthülsen endlich einmal konstruktiv in die Waagschale zu werfen. Und nach dem abschließenden Samba wissen wir endlich welch einzigartiger Schullaufbahn der bleifüßige König seine unermessliche Klugheit verdankt.
Kein Zweifel: Des rostigen Ritters Siegeszug durch die Kinder- und Wohnzimmer hat durch diesen Schulbesuch neuen Schwung bekommen.
Jörg Hilbert/Felix Janosa: Ritter Rost geht zur Schule; München, Terzio, 2006, ISBN 3-89835-707-4, € 21,00 (Buch mit CD und Noten)