Hauptbild
Christopher Brandt ist neuer geschäftsführender Präsident der HfMDK Frankfurt. Foto: Presse HfMDK
Christopher Brandt ist neuer geschäftsführender Präsident der HfMDK Frankfurt. Foto: Presse HfMDK
Hauptrubrik
Banner Full-Size

Christopher Brandt, neuer Präsident der HfMDK: Neubau oberstes Anliegen

Autor
Publikationsdatum
Body

Frankfurt/Main - Ein Neubau mit dem Umzug auf den geplanten Kulturcampus im Stadtteil Bockenheim hat für die Frankfurter Musikhochschule oberste Priorität. Allerdings sei damit erst nach 2020 zu rechnen, sagte deren neuer geschäftsführender Präsident Christopher Brandt (47) am Donnerstag.

Beim sogenannten Kulturcampus dürfe es aber nicht nur um die Musikhochschule gehen. Dort müssten auch Einrichtungen wie etwa das Ensemble Modern eine Heimat finden.

Ende des Jahres ist nach Brandts Worten ein erster Architektenwettbewerb geplant. Für den Neubau von Hessens einziger Musikhochschule will das Land die Kosten übernehmen, sobald aus Bockenheim alle Einrichtungen der Goethe-Universität auf den neuen Campus im Westend umgezogen sind. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) mit ihren 900 Studierenden platze aus allen Nähten, sagte Brandt. Der Raumbedarf sei fast doppelt so hoch wie am jetzigen Standort in der Innenstadt.

Der Professor für klassische Gitarre löst am 1. Mai Thomas Rietschel ab, der in seiner zwölfjährigen Amtszeit das öffentliche Profil der HfMDK geschärft hat. Brandt ist jedoch nur interimistisch tätig, da sich der Senat nicht auf einen neuen Präsidenten einigen konnte. Diese Woche wurde die Stelle neu ausgeschrieben. Eine Entscheidung wird bis Dezember erwartet.

 

Die Pressemeldung der HfMDK im Wortlaut:

Christopher Brandt neuer Präsident der HfMDK

Frankfurt, 28. April 2016. Ab dem 1. Mai hat die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) einen neuen Präsidenten: Prof. Christopher Brandt tritt nach einstimmiger Bestätigung durch den Hochschulsenat sein neues Amt an. Nach Ablauf zweier Amtsperioden und damit 12 Jahren HfMDK-Präsidentschaft schlägt Thomas Rietschel neue berufliche Wege ein.

Neben einem Studium der Germanistik und Schulmusik studierte Christopher Brandt im Rahmen der „Künstlerischen Ausbildung“ Gitarre an der HfMDK bei Prof. Michael Teuchert. Musiktheoretische Studien betrieb er bei Dr. Jürgen Blume und erweiterte sein Spektrum mit E- Gitarrenunterricht bei Prof. Michael Sagmeister. Schließlich absolvierte er ein Konzertexamensstudium bei Prof. Jürgen Ruck an der Musikhochschule Würzburg und ein Kompositionsstudium bei Toni Völker an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.
Christopher Brandt konzertiert regelmäßig mit den führenden Ensembles der zeitgenössischen Musik und erhielt mehrere Preise als Gitarrist und Komponist.

Seit mehreren Jahren ist Brandt außerdem in die hochschulpolitischen Entwicklungen von Hessens Hochschule für Musik, Theater und Tanz aktiv eingebunden – seit 2014 als Vizepräsident. Darüber hinaus hat er als Leiter des HfMDK-Ausbildungsbereiches Instrumentalpädagogik die Entwicklung des Masterstudiengangs „Instrumentalpädagogik“ verantwortet und sich maßgeblich in der Konzeption des Bachelorstudiengangs „künstlerische Instrumentalausbildung“ engagiert.

In dem nunmehr dreiköpfigen Präsidium wird Prof. Christopher Brandt gemeinsam mit der langjährigen Kanzlerin Angelika Gartner und dem jüngst vom Hochschulsenat abermals mit übergroßer Mehrheit bestätigten Vizepräsident Prof. Ernst August Klötzke die aktuellen Aufgaben und Herausforderungen angehen.

Er wird damit die bewährte konstruktive Zusammenarbeit der Hochschulleitung fortführen und darüber hinaus zusätzliche strategische Weichen stellen.

So wird er beispielsweise bei den bislang wichtigen Themen „Außenwirkung/Öffnung und Vernetzung der HfMDK“ neue Akzente setzen: „Die Hochschule hat sich in den vergangenen zwölf Jahren zu einer zentralen und vielfältig vernetzten Größe im Frankfurter Kulturleben und in der öffentlichen Wahrnehmung entwickelt – das gilt es weiter fortzuführen. Darüber hinaus möchte ich hier einen Schwerpunkt auf die Fragen legen: Wie können wir die HfMDK langfristig noch attraktiver machen – insbesondere für die besten potenziellen Studierenden und Lehrenden; sei es durch ein entsprechend interessantes Angebot an Meisterkursen, durch eine entsprechend reformierte Berufungspolitik oder durch die Überarbeitung und Neukonzeption zentraler Studiengänge: Die Erfahrungen, die wir mit der Umstellung auf Bachelor und Master im Zuge der Bologna-Reform gemacht haben, müssen jetzt in noch attraktiveren Studiengängen münden, die den Studierenden große individuelle künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten bieten, ohne die berufsbildende Qualifizierung zu vernachlässigen. Außerdem gilt es, mit begabten jungen Musikern frühzeitig in Kontakt zu treten – deshalb ist neben einer Intensivierung der Kooperationen mit den Musikinstitutionen der Stadt wie zum Bespiel der Musikschule auch die Einrichtung eines Pre-College geplant.

Daneben gibt die aktuelle Situation der Hochschule klare Aufgaben vor: So gilt es unter anderem hochschulintern die Präsidentenwahl vorzubereiten – nachdem das erste Wahlverfahren im Dezember letzten Jahres zu keinem Ergebnis geführt hatte – und den Prozess des Qualitätsmanagements sowie der Systemakkreditierung weiter voran zu bringen. Und nicht zuletzt wird natürlich auch die Entwicklung des Kulturcampus meine Arbeit der nächsten Monate bestimmen; ist dies doch eine wunderbare Perspektive mit einzigartigen Entwicklungschancen, nicht nur für unser lebendiges und innovatives Haus“, freut sich Prof. Christopher Brandt hochmotiviert auf die vielfältigen gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen.

 

Autor